Digitalisierung – eine Jahrhundertchance für den Standort

Die Transformation zum digitalen Österreich 2030+ zählt zu den wichtigsten Herausforderungen der kommenden Jahre. Ein Aktionsplan der IV-Task Force Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zeigt, wie das gelingen kann. 

Österreich als einer der Top3-Digitalisierungsvorreiter in Europa – ein ambitioniertes Ziel, das bis zum Jahr 2030 erreicht werden soll. Und es muss erreicht werden, denn die Welt befindet sich längst mitten im digitalen Zeitalter. Während vor allem Asien und Amerika bereits den digitalen Zukunftsraum betreten haben, verweilen Europa und Österreich noch auf der Türschwelle. Steigender Wettbewerbsdruck und eine wesentlich höhere Innovationsdynamik in anderen Weltregionen unterstreichen die Notwendigkeit, jetzt aktiv zu werden. Denn Europa verliert an Boden, besonders bei zukunftsweisenden Schlüsseltechnologien, wie Künstlicher Intelligenz. Von den weltweit 10 wertvollsten Unternehmen kommt keines mehr aus Europa – der Großteil davon sind Plattform- und Digitalunternehmen. Österreich liegt zudem unter den EULändern weit abgeschlagen auf Rang 13 im Digital Economy and Society (DESI)-Index.

Höhere Wertschöpfung, mehr Arbeitsplätze, verbesserte Resilienz

„Es ist essenziell, keine Krise ungenutzt verstreichen zu lassen. Die Corona-Krise hat in der Digitalisierung für Rückenwind gesorgt. Das beginnt bereits bei der verbesserten Konnektivität und Effizienz in der täglichen Zusammenarbeitet. Die Krise hat uns aber auch gezeigt, welche Businessbereiche resilient sind: Digitale Geschäftsmodelle blieben verhältnismäßig beständig – diese Unternehmen konnten sogar wachsen“, erklärt der Leiter der IVTask Force Digitalisierung & Künstliche Intelligenz sowie RHI Magnesita-CEO Stefan Borgas. Unternehmen, die schon jetzt stark auf Digitalisierung setzen, werden gleichsam mit einer digitalen Dividende belohnt – in Form von stärkerem Wachstum, besserer Wettbewerbsfähigkeit und höherer Krisenfestigkeit. Davon profitieren ganze Branchen und Regionen durch zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Alleine durch den flächendeckenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnte bis zum Jahr 2035 ein doppelt so hohes BIP-Wachstum erreicht werden. Rund 20.000 zusätzliche Arbeitsplätze könnten durch die Digitalisierung jährlich in Österreich entstehen. Digitalisierung und Technologie haben sich somit nicht nur als kurzfristige Kriseninstrumente bewährt, sondern sichern auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs. Ein erfolgreicher und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort muss ein digitaler Wirtschaftsstandort sein.

„Es braucht die Kombination aus innovativen Unternehmen und einem ebenso innovativen Staat, der die notwendigen Rahmenbedingungen schafft."
Die Industrie geht voran

Doch wie kann die Transformation zum digitalen Österreich 2030+ erfolgreich vonstattengehen? Was ist dafür notwendig, wo stehen wir zurzeit? In einem breit angelegten Prozess hat die Industriellenvereinigung unter Einbindung von 50 IV-Mitgliedunternehmen einen digitalen Aktionsplan erarbeitet und präsentiert. „Es braucht die Kombination aus innovativen Unternehmen und einem ebenso innovativen Staat, der die notwendigen Rahmenbedingungen schafft“, fasst Borgas zusammen. Einzelheiten und Handlungsschwerpunkte des IV-Aktionsplans können Sie in den nächsten Ausgaben der iv-positionen lesen. Klar ist aber schon jetzt: Die Industrie wird als entscheidender Innovationstreiber am Standort vorangehen und die skizzierten Ziele konsequent verfolgen.

#INDUSTRIE-FACT: Laut Eurostat-Umfrage geben 66 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an, über grundlegende bis fortgeschrittene digitale Kenntnisse zu verfügen. Das liegt über dem EU-Schnitt, aber unterhalb jenem der Niederlande oder Finnlands mit fast 80 Prozent

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