Nationalratswahl als Chance zur Veränderung nutzen

IV-GS Neumayer: Österreich gemeinsam weiterentwickeln – Erfolge, wie bei Beschäftigung älterer Menschen/Bonus-Malus, offen kommunizieren – Österreich erfolgreich bei Gerechtigkeit und Armutsvermeidung – Fakten müssen Vorrang haben

IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer

„Als kleine offene Volkswirtschaft kann Österreich derzeit massiv von der positiven europäischen und internationalen Konjunkturentwicklung profitieren. Andere Länder wie Tschechien, Schweden oder die Niederlande überholen uns aber. Auch wir könnten stärker sein, wenn wir uns strukturell besser aufstellen würden. Umso mehr kommt es nun darauf an, die hinter uns liegende Nationalratswahl als echte Chance für Veränderung wahrzunehmen und zu nutzen“, hielt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), heute, Dienstag, am Rande der quartalsmäßigen IV-Konjunkturpressekonferenz fest. Worauf es nun vor allem ankomme, sei die gemeinsame Arbeit von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite an der Weiterentwicklung des Landes. „Gemeinsam an einem Strang zu ziehen ist unerlässlich, wenn es echte, positive Veränderungen geben soll. Gegenseitiges Anpatzen und das Nicht-Vergönnen von Erfolgen müssen der Vergangenheit angehören“, so Neumayer. Insbesondere Letzteres sei eine, am vergangenen Freitag leider einmal mehr angewandte österreichische Praxis. So wurde vom Sozialminister per Verordnung festgelegt, dass das Bonus-Malus-System zur Beschäftigung Älterer nicht zur Anwendung kommt. Der Grund: Die gemeinsam vereinbarten Quoten für die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurden übererfüllt. „Die Unternehmen haben ihren Beitrag übererfüllt. Anstatt diesen Erfolg offen zu kommunizieren, wurde er regelrecht ‚versteckt‘, indem in aller Stille eine entsprechende Verordnung herausgegeben wurde. Wäre die Quotenerfüllung nicht geglückt, so darf angenommen werden, dass diesem Umstand weit mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden wäre“, betonte der IV-Generalsekretär.

Neumayer: Endlich faktenbasiert und sachlich die Zukunft Österreichs gestalten

Ebenfalls bedenklich stimme das in Österreich bei manchen Themen eklatante „Auseinanderdriften“ von Wahrnehmung und Realität. „Fakten müssen Vorrang haben. Österreich ist ein Land mit hoher Gerechtigkeit – insbesondere bei der Einkommensverteilung zeigt uns der internationale Vergleich dies ganz klar. Auch geht seit 2008 sowohl die Armutsgefährdung als auch die absolute Armut konstant zurück“, hob Neumayer die Fakten hervor. Dennoch würden manche – insbesondere SPÖ-nahe – Organisationen beständig das genaue Gegenteil „trommeln“. „Das mutet umso befremdlicher an, als nach einer am Sonntag bekannt gewordenen Umfrage mehr als 90 Prozent der SPÖ-Wählerinnen und -Wähler Österreich für besonders gerecht halten. Wie passt das zusammen?“, fragte sich Neumayer, der abschließend klarstellte: „Es gibt mehr als genug zu tun, wenn wir den Aufschwung dauerhaft absichern, für Arbeitsplätze und allgemeinen Wohlstand sorgen wollen. Dafür braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, allem voran eine spürbare Entlastung von Menschen und Unternehmen. Entscheidend wird dabei aber vor allem sein, dass wir uns diesen Herausforderungen faktenbasiert stellen – miteinander anstatt gegeneinander.“

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