Industrie zu Corona-Maßnahmen: Angekündigte Öffnungsschritte geben notwendige Perspektive

IV-Präs. Knill: Teststrategie konsequent umsetzen, Betriebe einbeziehen – Mehr Tempo bei Impfungen ist einzig nachhaltiger Weg aus der Krise

IV-Präsident Georg Knill

„Für Gesellschaft und Wirtschaft sind die bisher gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie mehr als schmerzhaft. Hinzu kommen die Verzögerungen beim Impfen, die eine Rückkehr zur Normalität einmal mehr ein Stück weiter in die Ferne gerückt haben. Umso mehr ist es zu begrüßen, dass es mit den heute angekündigten Öffnungsschritten für Handel, Schulen und körpernahe Dienstleistungen nun zumindest eine dringend notwendige Perspektive für Menschen und Unternehmen gibt“, so Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), zu den heutigen Aussagen der Bundesregierung. Wichtig sei zudem, dass mit Tests und Schichtbetrieb ein Basis-Programm für Bildungseinrichtungen sichergestellt ist – mit Präsenzunterricht auch für die Oberstufen. „Gemeinsam mit einer Impfstrategie für Pädagoginnen und Pädagogen muss es gelingen, bis zum Sommer Bildung wieder vor Ort an den Schulen stattfinden zu lassen“, so Knill.

Betriebliche Ebene in Teststrategie einbeziehen

Klar sei jedoch, dass nicht nur die Öffnung der Schulen, sondern alle nunmehrigen Schritte mit Vorsicht erfolgen müssen, um ein erneutes Aufflammen der Pandemie möglichst zu vermeiden. „Eine umfassende Teststrategie muss daher als Begleitmaßnahme zu den nun skizzierten Maßnahmen konsequent umgesetzt werden – und auch praktikabel für den Pendlerverkehr sein“, so Knill, der hinzufügt: „Die betriebliche Ebene muss integraler Bestandteil dieser Strategie sein. Unternehmen betreiben einen enormen Aufwand für Sicherheit, Schutz und Gesundheit ihrer Beschäftigten. Durchschnittlich werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in heimischen Produktionsbetrieben bereits jetzt zwei Mal pro Woche getestet. Es wäre daher logistisch unklug, diese Kapazitäten nicht als Teil einer umfassenden nationalen Teststrategie zu nutzen.“

Impfstrategie anpassen und zügig umsetzen

Nach wie vor bleibe die rasche Durchimpfung der Bevölkerung ein Gebot der Stunde. „Das ist der einzig wirklich nachhaltige Weg aus der gesundheitlichen und auch aus der wirtschaftlichen Krise“, stellt der IV-Präsident klar, der diesbezüglich mehr Tempo fordert. „Ziel muss es natürlich bleiben, die schnelle Lieferung der maximal möglichen Impfstoffmengen sicherzustellen und so der breiten Bevölkerung rasch ein entsprechendes Impfangebot zu ermöglichen. Zunächst aber muss die gegenwärtige Impfstrategie an die verfügbaren Ressourcen angepasst und zügig umgesetzt werden“, so Knill, der abschließend dafür plädierte, Schlüsselarbeitskräften in der exportintensiven Industrie entsprechende Priorität einzuräumen: „Die bereits definierten Risikogruppen müssen selbstverständlich Vorrang haben. Vergessen wir aber nicht, das eine Impfverspätung bei Schlüsselarbeitskräften wirtschaftliche Folgen hat, die wir uns nicht leisten können, wenn wir als Land das wirtschaftliche Comeback nach der Krise schaffen wollen. Denn der Export ist die Stärke der Industrie und wichtigste Stütze für Wirtschaft und Arbeitsplätze in Österreich.“

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