Industrie zu Arbeitsmarkt: Lohnnebenkostensenkung wichtiger Hebel für mehr Beschäftigung

IV-GS Neumayer: Neuerlicher Anstieg an Arbeitsuchenden alarmierend – Überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum bei Älteren positiv – Verstärkte Regulierung zulasten der Betriebe standortpolitisch verfehlt

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„Während in 23 EU-Mitgliedsländern die Arbeitslosigkeit zurückgeht, bleibt die Lage in Österreich unverändert. Der Blick auf die nationalen Zahlen zeigt – trotz steigender Beschäftigung – einen weiteren Anstieg auf über 410.000 arbeitslose Personen. Österreich gerät weiter ins Hintertreffen, nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit im globalen, sondern gerade auch im europäischen Umfeld steht auf dem Spiel“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, angesichts der heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.

„Strukturreformen in den anderen europäischen Ländern zeigen ihre Wirkung, im EU-Schnitt ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit von 0,8 Prozent zu beobachten. Wir können es uns nicht leisten, dass der konjunkturelle Aufschwung in der EU ohne uns stattfindet“, so Neumayer. Die nunmehr beschlossene etappenweise Senkung der Lohnnebenkosten im Bereich des Insolvenz-Entgeltfonds (IEF) und des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) war eine Kernforderung der Industrie und sei „ein ganz entscheidendes Signal für die Attraktivierung des Arbeits- und Industriestandortes Österreich. Die Entlastung des Faktors Arbeit fördert Investitionen der Betriebe und ist ein Motor für Wachstum und Beschäftigung, um Österreich wieder auf die Überholspur zu bringen“, so der IV-Generalsekretär.

Zusätzliche Hürden mittels Beschäftigungsquoten für Ältere „sind nicht zielführend. Vor allem unter dem Aspekt, dass es ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum bei Älteren zu verzeichnen gibt. Auch die im Zuge des jüngsten Arbeitsmarktgipfels beschlossenen verstärkten Regulierungen im Arbeitsrecht wirken kontraproduktiv. Mit derartigen Maßnahmen werden keine – so dringend erforderlichen – Arbeitsplätze geschaffen, ganz im Gegenteil. Was unsere Betriebe und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen ist eine weitreichendere Arbeitszeitflexibilisierung“, so Neumayer, der auf die ausstehende Umsetzung der im Regierungsprogramm vorgesehenen erweiterten täglichen Höchstarbeitszeit im Rahmen einer Gleitzeitvereinbarung verwies. „Die Zahl der älteren Beschäftigten steigt, und zwar um sechsmal stärker als das allgemeine Beschäftigungswachstum. Um diese Entwicklung zu verstärken, braucht es neben flexibleren Arbeitszeitregelungen, einen Abbau senioritätsbezogener Regelungen sowie eine positive Unterstützung zur Weiterbildung“, so der IV-Generalsekretär abschließend.

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