Industrie: Gemeinsam fair arbeiten!

IV-Präsident Kapsch: Gewerkschaft schürt unbegründete Ängste – Weder Streichung von Überstundenzuschlägen noch generell längere Arbeitszeiten gefordert

IV-Präsident Georg Kapsch

„Einmal mehr schürt die Gewerkschaft Ängste, für die es keinerlei reale Grundlage gibt, und führt die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer damit bewusst in die Irre“, so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Georg Kapsch, heute, Donnerstag, zu den Aussagen des GPA-Vorsitzenden Wolfgang Katzian. Kapsch stellte einmal mehr klar: „Weder wurden von Seiten der Industrie jemals generell längere Arbeitszeiten, noch die Streichung von Überstundenzuschlägen verlangt. Alle anderen Behauptungen von Seiten des ÖGB sind eine böswillige Unterstellung. Eingefordert wurde stets die Umsetzung des Regierungsübereinkommens von 2013, das die Möglichkeit einer täglichen Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden bei Gleitzeitregelungen mit gleichbleibender Wochenarbeitszeit und längeren Freizeitblöcken vorsieht. Hierbei von ‚Lohnraub‘ zu sprechen mutet daher absurd an, ist eine glatte Falschinformation und – im Jargon der Gewerkschaft – die wahre Mogelpackung." Es sei vielmehr bedauerlich, dass die Arbeitnehmerseite den Beschäftigten eine solche ‚Mogelpackung‘ vorlege und mehr Flexibilität zugunsten einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die genannten längeren Freizeitblöcke verwehrt. „Auch, wenn die Gewerkschaft anführt, Österreich sei mit der wöchentlichen Arbeitszeit im europäischen Spitzenfeld, verfälscht dies die Realität. Vielmehr liegt Österreich mit seinen überdurchschnittlich vielen gesetzlichen Urlaubs- und Feiertagsansprüche an der Spitze im OECD-Vergleich, was freie Tage betrifft. Die tatsächlich geleistete Jahresarbeitszeit liegt im Mittelfeld“, stellte der IV-Präsident richtig. Ebenfalls würden internationale Studien die einschränkenden Arbeitsrechtsbestimmungen in Österreich zu den am meisten problematischen Faktoren für die unternehmerische Tätigkeit in diesem Land zählen.

Einigermaßen unverhältnismäßig würden auch die Gegenforderungen anmuten. Arbeitszeitverkürzung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche würden eine zusätzliche Verteuerung des ohnehin massiv belasteten Faktors Arbeit bedeuten. „Allein die 6. Urlaubswoche hätte für die Unternehmen jährliche Mehrkosten von bis zu 400 Mio. Euro zur Folge, während die Arbeitszeit-Vorschläge der Arbeitgeberseite völlig kostenneutral für Wirtschaft und Beschäftigte wären“, so Kapsch, der abschließend betonte: „Die sachlich nicht zu rechtfertigende Verweigerungshaltung der Arbeitnehmervertreter gefährdet – gerade in einer Phase anziehender Konjunktur – heimische Arbeitsplätze. Denn wenn wir wettbewerbsfähig bleiben und dadurch langfristig Beschäftigung sichern wollen, wird das ohne zeitgemäße Arbeitszeitbestimmungen ganz sicher nicht gehen.“

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