Industrie zu Sozialversicherung: Strukturen modernisieren, Effizienzpotenziale heben

IV-GS Neumayer: IV begrüßt WKO-Effizienzstudie – Studie unterstreicht erneut Reformnotwendigkeit und -chancen und gibt wichtige Impulse

Arbeit, Soziales & Gesundheit
Neumayer Christoph

„Die heute von der Wirtschaftskammer Österreich präsentierte Studie zur Sozialversicherung zeigt erneut die Reformnotwendigkeit des Systems auf und leistet wichtige Reformimpulse. Die Sozialbeiträge wachsen seit Jahren stark, es ist genügend Geld im System vorhanden – Organisationsstrukturen und Mittelverwendung in der Sozialversicherung müssen jedoch effizienter werden“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, anlässlich der heutigen Pressekonferenz und Studienpräsentation zur Sozialversicherung der Wirtschaftskammer Österreich und des Schweizer Beratungsunternehmens c-alm AG, einem Spin-Off der Universität St. Gallen. Die Studie zeige zahlreiche Handlungsfelder auf und bringe in vielen Bereichen Möglichkeiten zur Optimierung auf den Punkt, die angegangen werden müssen. „Gerade im Bereich der Strukturen und der Verwaltung ist Potenzial vorhanden, welches im Sinne der Beitragsgemeinschaft möglichst rasch gehoben werden muss“, so Neumayer. „Ein wichtiges Handlungsfeld ist hier die Modernisierung der Selbstverwaltung, welche insbesondere auch Transparenz in den Verwaltungskosten und ein klares Benchmarking erfordert. Hierfür sind auch transparente Rechnungslegungsvorschriften samt externer Abschlussprüfung erforderlich. Auch eine ausgeglichene Zusammensetzung der Selbstverwaltungsgremien ist notwendig, vor allem im Hinblick auf die hohe Finanzierungslast der Dienstgeber“, betonte der IV-Generalsekretär.

„Die Wettbewerbselemente im System müssen insgesamt gestärkt werden“, hielt Neumayer fest und verwies auf die von der Industriellenvereinigung beauftragte und jüngst vorgestellte Studie des IHS (Institut für Höhere Studien) zur „Zukunft der sozialen Krankenversicherung – Entwicklungsmöglichkeiten für Österreich“. „Leistungsunterschiede bei den Krankenkassen, welche aufgrund der gleichen Beitragslast nicht verständlich sind, müssten ausgeräumt werden. Die Anzahl der Krankenversicherungsträger zu reduzieren ist richtig und wird auch von der Industrie unterstützt“, erklärte Neumayer. Neben diesen Vorschlägen seien selbstverständlich auch die bereits bekannten und in zahlreichen Studien von Rechnungshof, IHS und anderen Organisationen aufgezeigten Effizienzpotenziale im Gesundheitswesen insgesamt zu heben, etwa eine Kompetenzbereinigung, die Einführung von anreizkompatiblen Finanzierungs- und Bezahlsystemen im spitalsambulanten und extramuralen Bereich oder eine verstärkte Kooperation zwischen Anbietern desselben Versorgungssettings. Um den Finanzierungsbedarf nachhaltig zu gestalten, müssten diese Effizienzpotenziale konsequent gehoben werden. „Die vorhandenen Potenziale können und sollen auch als Lohnnebenkostensenkung weitergegeben werden“, so Neumayer abschließend.

Die IV-Studie finden Sie hier: www.iv.at/sozialversicherung 

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