Industrie zu Sozialversicherung: Strukturreformen angehen, Effizienzpotenziale heben

IV-Präsident Kapsch: Klare Reformnotwendigkeiten in Organisation und Selbstverwaltung – Ansatzpunkte bereits durch Studien im Auftrag von IV und WKÖ aufgezeigt – Zahl der Krankenversicherungsträger reduzieren, Lohnnebenkosten senken

Arbeit, Soziales & Gesundheit
IV-Präsident Georg Kapsch
IV-Präsident Georg Kapsch

„Die Sozialbeiträge wachsen seit Jahren stark, es ist genügend, wenn nicht sogar zuviel Geld im System vorhanden – Organisationsstrukturen und Mittelverwendung in der Sozialversicherung müssen jedoch effizienter werden. Der Studien sind genug geschrieben, jetzt müssen die Strukturreformen kommen“, stellte Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), in einer ersten Reaktion auf die heutige Präsentation der Studie der London School of Economics zu Effizienzpotenzialen im österreichischen Sozialversicherungs- und Gesundheitssystem klar. Die Studie verweise etwa erneut auf die fragmentierten Strukturen im österreichischen Gesundheits- bzw. Sozialversicherungsbereich sowie auf nicht nachvollziehbare Leistungsunterschiede. „Gerade im Bereich der Strukturen und der Verwaltung ist Potenzial vorhanden, das möglichst rasch gehoben werden muss“, hielt Kapsch fest und verwies auf die von der IV beauftragte und bereits vorgestellte Studie des IHS (Institut für Höhere Studien) zur „Zukunft der sozialen Krankenversicherung – Entwicklungsmöglichkeiten für Österreich“. Auch die bereits präsentierte Studie zur Sozialversicherung des Schweizer Beratungsunternehmens c-alm AG, einem Spin-Off der Universität St. Gallen, zeige klare Reformpotenziale auf. „Die Zahl der Krankenversicherungsträger ist zu reduzieren, nicht nachvollziehbare Leistungsunterschiede bei den Krankenkassen sind auszuräumen“, hob der IV-Präsident zwei wesentliche Aspekte hervor.

„Wichtig wäre zudem eine moderne Selbstverwaltung. Diese erfordert aber auch transparente Verwaltungskosten und Rechnungslegungsvorschriften, eine externe Abschlussprüfung sowie ein klares Benchmarking“, betonte Kapsch. Im Hinblick auf die hohe Finanzierungslast der Dienstgeber sei auch eine ausgeglichene Zusammensetzung der Selbstverwaltungsgremien notwendig. Die Wettbewerbselemente im System müssten gestärkt werden. Zahlreiche Studien von Rechnungshof, IHS und anderen Organisationen würden Effizienzpotenziale im Gesundheitswesen insgesamt aufzeigen – „etwa eine Kompetenzbereinigung, die Einführung von anreizkompatiblen Finanzierungs- und Bezahlsystemen im spitalsambulanten und extramuralen Bereich oder eine verstärkte Kooperation zwischen Anbietern desselben Versorgungssettings.“ Um den Finanzierungsbedarf nachhaltig zu gestalten, müssten diese Effizienzpotenziale konsequent gehoben und in der Folge als Grundlage für eine Lohnnebenkostensenkung herangezogen werden“, forderte Kapsch abschließend.

Die IV-Studie finden Sie hier: www.iv.at/sozialversicherung.

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