Kostenwahrheit bei der Unfallversicherung realisieren

IV-GS Neumayer: Quersubventionierung der Krankenversicherung durch die Unfallversicherung beenden – Unsachgemäße Pauschalzahlungen streichen – Lohnnebenkostensenkung statt neuerliche Ausweitung unfallversicherungsfremder Leistungen

IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer

„Wir müssen endlich Kostenwahrheit und Transparenz bei der Unfallversicherung sicherstellen. Die Zahl der Arbeitsunfälle konnte seit dem Jahr 1990 um mehr als 40 Prozent verringert werden. Anstatt die Beiträge zur dienstgeberfinanzierten Unfallversicherung entsprechend zu reduzieren, werden diese jedoch seit Jahren in zunehmendem Ausmaß für unfallversicherungsfremde Zwecke eingesetzt. Insbesondere erfolgt seit Jahren eine massive Quersubventionierung der Krankenversicherung im Ausmaß von mehr als 300 Millionen Euro jährlich“, hielt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, heute, Mittwoch, anlässlich der Pressekonferenz der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) fest. „Unsachgemäße Pauschalzahlungen müssen endlich beendet werden“, forderte Neumayer. Er sprach sich vor allem dafür aus, den vom Hauptverband mit über 200 Mio. Euro massiv zu Lasten der AUVA überhöht festgesetzten Pauschalbetrag nach § 319a ASVG zu streichen und durch eine transparente Einzelfallabrechnung zu ersetzen.

Anlässlich der Diskussion zur Verwendung von Rücklagen der AUVA betonte er: „Soweit Potenziale zur Senkung der Lohnnebenkosten bestehen, sind diese für alle Dienstgeber zu nutzen. Beitragssenkung vor Leistungsausweitung muss die Devise sein – dazu hat sich die Bundesregierung zu Recht schon im Regierungsprogramm ausdrücklich bekannt.“ Die AUVA leiste seit Jahren einen wesentlichen und erfolgreichen Beitrag zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten und erbringe Spitzenqualität in der Unfallheilbehandlung. „Die massive finanzielle Benachteiligung der AUVA bei der Behandlung des hohen Anteils an Fremdpatienten gerade in den AUVA-Unfallkrankenhäusern bei gleichzeitig unzureichendem Kostenersatz muss aber endlich strukturell gelöst werden“, so der IV-Generalsekretär, der abschließend klarstellte: „Statt die Unfallversicherung mit immer noch mehr Leistungen außerhalb ihrer eigentlichen Kernaufgabe zu belasten, gilt es vielmehr, endlich die unfallversicherungsfremden Lasten konsequent abzubauen.“

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