Integration ist alternativlos

IV-GS Neumayer: Arbeitsmarkt ist Integrationskatalysator – Gesamtkonzept für Asylwerber und Asylberechtigte notwendig – Bildungsmaßnahmen als Voraussetzung

Bildung & Gesellschaft
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„Zu Integration gibt es keine Alternative“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der Diskussionen um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. „Jede Verzögerung einer strukturierten Integration verursacht Kosten – volkswirtschaftlich als auch gesamtgesellschaftlich.“ Die IV respektiere und schätze die bisherigen Aktivitäten der Bundesregierung, allerdings: „Aus unserer Sicht fehlen weiterhin Maßnahmen zur schrittweisen Integration in den Arbeitsmarkt und mehr Möglichkeiten zum Bildungszugang als Voraussetzung dafür.“

Asylwerber: Basis durch Integrationsplan aufbauen

Wichtige Voraussetzungen für Beschäftigung, wie Kompetenzchecks, Sprach-, Werte- und Orientierungskurse, seien bereits geschaffen worden, zeigte sich Neumayer erfreut. Nun müsse auf dieser Basis für jede Person ein Integrationsplan erstellt werden. Nach sechs Monaten müsse Asylwerbern der Zugang zum Arbeitsmarkt oder eine Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich gewährt werden. „Wenn Flüchtlinge während des Asylverfahrens einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen können, erleichtert das die Integration.“

„Die Lehre ist ein entscheidender Faktor für Arbeitsmarktintegration“, unterstrich Neumayer: „Es ist wichtig, jugendliche Asylwerber bis 25 Jahre mit hohen Aussichten auf Anerkennung schnellstmöglich zu qualifizieren und am Berufsleben teilhaben zu lassen“. Die IV fordere daher für diese Gruppe den Zugang zu Lehrstellen in allen Lehrberufen. So könne man auf vorhandenen Kompetenzen aufbauen und neue entwickeln.

Asylberechtigte schrittweise in Beschäftigung bringen

Integration über den Arbeitsmarkt sei besonders wirkungsvoll, hier könne die Wirtschaft unter geeigneten Rahmenbedingungen viel zu einer nachhaltigen Integration beitragen. Die IV begrüße daher den Vorschlag einer Integrationsprämie für jene Unternehmen, die Mindestsicherungsbeziehern, insbesondere Asylberechtigten, einen regulären Arbeitsplatz bieten. „Eine Integrationsprämie nützt den Unternehmen, den Geflüchteten und der Gesellschaft insgesamt. Denn das schafft Beschäftigungsanreize“, so Neumayer. Einstiegsjobs nach dem Vorbild Schwedens oder Dänemarks, mit denen Personen über befristete „Step in Jobs“ Eingang in den regulären Arbeitsmarkt finden können, wären aus Sicht der IV eine Alternative zur Integrationsprämie.

Auch die sogenannten Ein-Euro-Jobs im gemeinnützigen Sektor seien für die IV eine Option, sie würden für sehr arbeitsmarktferne Personengruppen Beschäftigungsanreize und Schritte in den Arbeitsmarkt bieten. Verbunden werden sollten sie mit weiteren Integrationsmaßnahmen: „Dazu braucht es aber ein Gesamtkonzept, das erst in Umrissen erkennbar ist“, so Neumayer. Wie in Deutschland sollte im Sinne eines Gesamtsystems die Initiative zu „Ein-Euro-Jobs“ neben Asylberechtigten auch andere arbeitsmarktferne Personengruppen einbeziehen.

Bildung und Eigenverantwortung als Voraussetzung für Integration

Gezielte Maßnahmen im Bildungsbereich seien die Grundvoraussetzungen für Integration. „Sprachförderung muss schon im Kindergarten beginnen, Pflichtschulabschlüsse müssen nachgeholt werden können“, wie Neumayer betonte. Die Ausweitung qualitativer Deutschkurse würde zu langsam vor sich gehen. „Fortgeschrittene Sprachkenntnisse erhöhen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit“, so Neumayer. Hier gälte es so früh wie möglich anzusetzen, um Beschäftigungseffekte zu erzielen.

Bei aller Wichtigkeit wirksamer Integrationsangebote betonte Neumayer, dass Integration keine Einbahnstraße sei. Insofern solle es auch die Möglichkeit zu Sanktionen bei der Verweigerung von Integrationsmaßnahmen durch Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte geben. „Wer eine realistische Chance auf Asyl hat, ist verpflichtet, die angebotenen Integrationsprogramme zu absolvieren. Wer einen positiven Bescheid hat, muss seine Eigenverantwortung wahrnehmen und sich in die staatlichen Systeme und unsere Gesellschaft einbringen.“

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