Industrie begrüßt Fachhochschul-Ausbau

Zusätzliche MINT-Studienplätze richtiger Lösungsansatz gegen Fachkräftemangel – Vorausschauende (Aus)bildungspolitik unerlässlich – Plus von 20 Prozent bei MINT-Absolventinnen und Absolventen erforderlich

Studenten Zusammenarbeit Schreibtisch, Laptop

„Aus Sicht der Industrie ist es ein Gebot der Stunde, die bildungspolitische Erfolgsgeschichte der Fachhochschulen in Österreich fortzuschreiben. Wir begrüßen daher sehr, dass die Finanzierung von zusätzlichen bundesfinanzierten 1.000 Studienplätzen und die Beibehaltung der Fördersatzhöhen nun gesichert ist“, heißt es seitens der Industriellenvereinigung (IV) anlässlich des heutigen Ministerratsbeschlusses über den künftigen Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplan. Die Bundesregierung habe mit der Ausbau- und Finanzierungszusage ein klares Bekenntnis zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts abgegeben. Damit würden definitiv die richtigen Weichen für einen bedarfs- und zukunftsorientierten Ausbau des Sektors gestellt. Die Industrie werte dies als wirkungsvolle Maßnahme, um den Mangel der heimischen Industrie an hochqualifiziertem Personal, insbesondere im technischen MINT-Bereich, zu bekämpfen.

Die österreichischen Fachhochschulen nehmen mit ihrem praxisorientierten Studienangebot und ihren angewandten Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten eine tragende Rolle für die heimische Industrie ein. Die IV habe sich daher in den vergangenen Jahren kontinuierlich für einen Ausbau des Sektors eingesetzt – dies aus einer bildungs- und wirtschaftspolitischen Notwendigkeit heraus. Denn aktuell bleibe jede 6. Stelle für MINT-Hochqualifizierte im produzierenden Bereich unbesetzt. „Unternehmen kämpfen derzeit mit akuten Rekrutierungsschwierigkeiten, die sich künftig noch verstärken werden. In Österreich werden bis 2023 rund 50.000 neue MINT-Jobs, mehr als 28.000 davon im IKT-Bereich, entstehen. Die Digitalisierung der Wirtschaft wird im qualifizierten Bereich also definitiv zur weiteren Anspannung bei der Rekrutierungssituation für österreichische Unternehmen führen“, wird weiter betont.

Gerade vor diesem Hintergrund sei aus Sicht der Industrie künftig eine vorausschauende Politik im (Aus)bildungssystem unerlässlich, um ausgezeichnet qualifiziertes Personal für die Jobs der Zukunft sicherzustellen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Innovationsstandorts abzusichern. „Wir wollen als Land weiter stark auf Innovation und Technologie setzen und den Weg hin zum ‚Innovation Leader‘ beschreiten, deshalb brauchen wir mittelfristig ein Plus von 20 Prozent bei den Absolventinnen und Absolventen von MINT-Fächern. Daher brauche es eine nationale Zielsetzung und Strategie, die sich dieser Frage annimmt: „Neben der Fortsetzung des bedarfsorientierten bundesfinanzierten Ausbaus des FH-Sektors im MINT-Bereich bedeutet dies auch den Ausbau jenes Schultyps, um den man uns international beneidet und der zum echten Standortvorteil geworden ist – der HTL“, heißt es abschließend.

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