IV-ZukunftsMonitor: So tickt Österreich 2020

IV-GS Neumayer: Neuer sozialwissenschaftlicher Indikator zeigt großes Vertrauen und Wertschätzung für Unternehmen – Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen verbesserungsfähig – Bei gesellschaftlichem Zusammenhalt im internationalen Vergleich gut aufgestellt

IV-GS Mag. Christoph Neumayer

„Allgemeine Trends, Wahrnehmungen zu bestimmten Themen und ganz allgemein den Zustand der Gesellschaft messbar zu machen ist ein wichtiger Schritt zu einem besseren Verständnis für deren Entwicklung“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Freitag zu den Ergebnissen des von der IV in Auftrag gegebenen ZukunftsMonitors. Gemeinsam mit dem Institut für empirische Sozialforschung (IFES) und der Universität Wien wurde ein völlig neuer sozialwissenschaftlicher Indikator entwickelt, der umfassende empirische Daten über den aktuellen und künftigen Zustand der Gesellschaft liefert. „Mit dem ZukunftsMonitor machen wir den Zustand der Gesellschaft messbar. Wir möchten unseren Beitrag für ein besseres Verständnis dafür leisten, was die Österreicherinnen und Österreicher bewegt. Das unterstützt Unternehmen bei der Planung der Zukunft – und die Politik bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Gesellschaft“, hebt Neumayer die Beweggründe für das Erstellen des neuen sozialwissenschaftlichen Instruments hervor.

Menschen vertrauen Unternehmen und sind im Berufsleben zufrieden

Mit 48 Prozent Zustimmung erfreuen sich Österreichs Unternehmen sehr guter Vertrauenswerte. Nur die Polizei genießt mit 56 Prozent noch höheres Vertrauen. Die Österreicherinnen und Österreicher bewerten zudem ihre Wochenarbeitszeit sowie die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf sehr gut (61 bzw. 62 Prozent sind zufrieden bis sehr zufrieden). „Das alles zeigt, dass die heimischen Unternehmen starken Rückhalt in der Bevölkerung genießen. Das gute Einvernehmen und gelebte Miteinander zwischen Beschäftigen und Unternehmen ist dafür ebenso ausschlaggebend, wie auch notwendige Veränderungsschritte“, ist der IV-Generalsekretär überzeugt. So habe etwa die Modernisierung der Arbeitszeitregelungen sichtlich zu Verbesserungen geführt, die auch als solche wahrgenommen würden. Weitere Schritte hin zu einem modernen, unbürokratischen Arbeitsrecht mit noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten auf betrieblicher Ebene, müssten folgen.

Freihandel und Digitalisierung keine Schreckgespenster

„Eines der interessantesten Ergebnisse ist, dass die vielbeschworenen Schreckgespenster internationaler Freihandel und Digitalisierung offenbar keine sind. 54 Prozent sehen in ersterem eine große Chance für heimische Unternehmen, für 61 Prozent haben sich dadurch die persönlichen Konsummöglichkeiten angesichts besserer und günstigerer Produkte verbessert“, so Neumayer, der darin einen klaren Auftrag für die nächste Bundesregierung sieht, durch gut gemachte, faire Freihandelsabkommen der österreichischen Exportwirtschaft neue Chancen am Weltmarkt zu eröffnen.

Auch vor der Digitalisierung herrsche keine Angst, denn eine deutliche Mehrheit (71 Prozent) hat keine Sorge, am Arbeitsplatz von einer Maschine ersetzt zu werden. „Die positive Wahrnehmung hinsichtlich Effizienz und Zeitersparnis durch neue Technologien überwiegt. Österreichs Unternehmen werden dabei als Träger und Treiber von Innovation, Forschung und Entwicklung wahrgenommen“, hebt Neumayer hervor. Fast zwei Drittel der Befragten treten für die stärkere Förderung von Forschung und Entwicklung ein. „Dazu braucht es die richtigen Rahmenbedingungen, wie etwa eine stabile Forschungsfinanzierung und dementsprechende Planbarkeit für Unternehmen, deren Engagement auf diesem Feld von entscheidender Bedeutung für den Forschungsstandort Österreich ist“, hebt Neumayer die Tatsache hervor, dass die heimischen Unternehmen immerhin rund 65 Prozent der Forschungsausgaben des Landes schultern.

Bei wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Luft nach oben – Entlastung hat Priorität

„Rückhalt und Vertrauen für Österreichs Unternehmen sind groß. Die Einschätzung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Land kann da aber nicht mithalten. Nur rund ein Drittel der Menschen geht von einem günstigen Klima für unternehmerische Tätigkeit aus. Gar nur jeder Vierte würde selbst Unternehmer sein wollen“, gibt Neumayer zu Bedenken, der in der hierzulande nach wie massiven Steuer- und Abgabenbelastung eine der wichtigsten Ursachen für dieses Ergebnis sieht: „Der Mut zum unternehmerischen Risiko, Leistung und Arbeit generell, müssen sich wieder lohnen. Der Weg der Entlastung von Menschen und Unternehmen bei Steuern und Abgaben muss daher auch von der nächsten Bundesregierung weiterverfolgt werden. Erste Schritte wurden gesetzt, weitere – etwa bei der Körperschaftsteuer oder den Lohnnebenkosten – müssen rasch folgen.“

Basierend auf den Ergebnissen des ZukunftsMonitors sei Österreich, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt angeht, im internationalen Vergleich laut Neumayer gut aufgestellt. Unternehmen und deren wirtschaftlicher Erfolg würden als tragende Säulen der Gesellschaft gesehen und geschätzt. „Umso mehr täten wir gut daran, die vorliegenden Ergebnisse als Ansporn und Auftrag zu verstehen, die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass diese Stabilität auch in Zukunft gegeben ist. Jede neue Bundesregierung wird dabei gefordert sein“, so der IV-Generalsekretär abschließend.

Der IV-ZukunftsMonitor – Zur Methodik

Der ZukunftsMonitor wurde von der Industriellenvereinigung in Kooperation mit dem Institut für empirische Sozialforschung (IFES) und der Universität Wien (Institut für Soziologie) durchgeführt. Er basiert auf 1.200 Mixed-Mode-Interviews und bezieht sich auf die Themenbereiche gesellschaftlicher Zusammenhalt, Lebensqualität, Politik, globale Entwicklung und Innovationsfreudigkeit. Der „ZukunftMonitor“ soll künftig jährlich durchgeführt werden.

Weitere Informationen unter www.zukunftsmonitor.at

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