Industrie zu EU-Industriestrategie: Standortbedingungen für Unternehmen verbessern

IV-GS Neumayer: Schritt in richtige Richtung, weitere Maßnahmen dringend notwendig –  Mehrfachbelastungen und bürokratische Kosten aus überbordender Gesetzgebung abbauen

EU-Fahne, im Hintergrund Gebäude

„Das von der Europäischen Kommission vorgelegte Papier ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, jedoch noch bei weitem nicht ausreichend“, kommentierte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, die am heutigen Dienstag veröffentlichte industriepolitische Mitteilung. Die Kommission habe darin aktuelle Trends, wie die umfassende Digitalisierung und die damit einhergehenden bildungspolitischen Herausforderungen identifiziert. Auch sei positiv, dass laut Kommissionsanalyse der Anteil der Industrie an der europäischen Wertschöpfung sich zuletzt wieder etwas stabilisiert hat. „Was es nun jedoch braucht, sind weitere Schritte, um eine strategische Neuausrichtung zu formulieren sowie konkrete Maßnahmen in den industriepolitisch wichtigen Bereichen, damit die Standortbedingungen für Unternehmen verbessert werden. Grundpfeiler der europäischen Industriepolitik muss sein, dass für die Industrie schädliche Initiativen vermieden und bürokratische Kosten aus überbordender Gesetzgebung auf europäischer wie nationaler Ebene abgebaut werden. Hier agiert die EU-Kommission immer noch zu zaghaft“, so Neumayer.

Zudem brauche es eine mutige Reform des EU-Budgets samt einer Anpassung und Ausweitung investitionsrelevanter EU-Politikbereiche, wie etwa des Forschungsrahmenprogrammes. In diesem Zusammenhang müsse sichergestellt werden, dass die europäische Industriepolitik auf sämtliche Teile industrieller Wertschöpfungsketten aufbaut – das heißt neben KMU insbesondere auch auf Mittelstandsunternehmen und größere Betriebe. „Erforderlich ist auch mehr Reziprozität im Bereich der internationalen Investitionsbeziehungen, insbesondere gegenüber Ländern wie China“, so der IV-Generalsekretär zum ebenfalls vorgelegten Vorschlag zur Prüfung ausländischer Investitionen in strategisch und technologisch sensiblen Bereichen. Eine Prüfung auf strategische Sicherheitsbedenken sei berechtigt, gleichzeitig dürfe der vorgeschlagene neuartige Mechanismus die Attraktivität Europas und Österreichs als Investitionsstandort nicht beeinträchtigen.

IV-IconInformationen zum Beitrag


IV-IconVerwandte Themen


IV-News

Industrie fordert Gegenmaßnahmen gegen unlautere Handelspraktiken

IV-GS Neumayer: Fairer und freier Handel ist Basis für Wohlstand – Protektionismus ist Problem und nicht Lösung

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie

Industrie nimmt pragmatischen Kompromiss zu Energieeffizienz-Zielen bis 2030 zur Kenntnis

IV Vize-GS Koren: Industrie steht Energieeffizienzmaßnahmen positiv gegenüber – 35-Prozent-Vorgaben sind allerdings zu am...

Europapolitik

Industrie zu EU-Kommissionspaket: Wichtige Schritte für Stärkung der Währungsunion gesetzt

IV-GS Neumayer: Viele Detailfragen noch offen – Darf kein Abgleiten in Richtung Transferunion und gemeinsamer Haftung geben

Europapolitik

EU-Energiepolitisches Paket vorgelegt

Die Europäische Kommission hat am 30. November ein energiepolitisches Paket präsentiert, das aus einer Vielzahl an politi...

Europapolitik

Industrie: Wirtschaftsstandort Europa vor Dumping schützen

IV-GS Neumayer: EU-Kommissionsvorschlag zum Umgang mit China vernünftig –Unternehmen nicht zusätzlich belasten – Reform d...

Internationale Beziehungen

Industrie: Zwölfte TTIP-Verhandlungsrunde weitere Etappe in Richtung freien und fairen Handel

IV-GS Neumayer: Zugang zu öffentlichem US-Beschaffungsmarkt, Investitionsschutz und regulatorische Kooperation Kernpunkte...

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen

IV-IconPOSITIONEN

Das Magazin der Industrie.
Hier lesen Sie die aktuelle Ausgabe.

Neueste Ausgabe lesen
iv-positionen Bild