Industrie und Aktienforum: Niedrige Ergebnisausschüttungen hemmen Investitionskraft von Unternehmen und gefährden Arbeitsplätze

IV-GS Neumayer: Analyse der 50 größten heimischen Unternehmen zeigt: Kapital wird für betriebliche Zukunftsinvestitionen eingesetzt – Aktienforum-Präsident Ottel: Investitionen werden durch Ergebnisausschüttung gefördert
IV-GS Mag. Christoph Neumayer, Aktienforum-Präsident Mag. Robert Ottel

„Trotz gesunkener Jahresüberschüsse nach Steuern, erhöhtem Druck durch Steuern und Abgaben sowie der Kosten von Fremdkapital haben Österreichs 50 größte Unternehmen zwischen 2008 und 2012 26.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen. Der Vorwurf an Unternehmen, durch Ergebnisausschüttungen weniger Kapital für betriebliche Zukunftsinvestitionen zur Verfügung zu stellen, ist damit völlig unangebracht“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Aktienforums, Mag. Robert Ottel, heute, Dienstag, in Wien. So sei im Zuge einer gemeinsamen Studie von IV und Aktienforum die Verwendung des Betriebsergebnisses analysiert worden. Die Abschlüsse der Unternehmen würden hier anhand dieser Studie ein völlig anderes Bild aufzeigen, als die wiederholt holprige Argumentation mit unvollständigen Zahlen seitens der Arbeiterkammer. Außerdem stellte Neumayer klar: „Niedrige Ergebnisausschüttungen hemmen die Investitionskraft von Unternehmen.“

Ottel: Eigenkapital als krisensicherstes Instrument für Investitionen

„Investitionen benötigen Kapital, und Eigenkapital ist und bleibt das krisensicherste Instrument“, erklärte Robert Ottel, Präsident des Aktienforums, der erläuterte: „Nur durch eine entsprechende Rendite, also Ergebnisausschüttung, werden Investoren bereit sein, Eigenkapital für Unternehmen zur Verfügung zu stellen.“ Eigenkapitalgeber hätten prinzipiell keinen vertraglichen, sondern nur einen Residualanspruch auf eine adäquate Verzinsung, so Neumayer und Ottel unisono. Ein kritischer Blick auf die Umsatzverwendung der Unternehmen zahle sich jedenfalls aus. Die Studie von Contrast Management Consulting GmbH zeige, dass bei gestiegenem Personalaufwand die Ausschüttungen an Eigentümer seit 2007 bereits empfindlich zurückgenommen wurden. Gleichzeitig sei ein starker Rückgang der Investitionstätigkeit zu erkennen. Auch die Abgabenleistung der Unternehmen sei gestiegen. Mussten Unternehmen im Jahr 2007 noch 18,4 Prozent des Betriebsergebnisses für Steuern und Abgaben aufwenden, so waren es im Jahr 2013 bereits 23,3 Prozent.

„Zu glauben, dass durch weniger Ausschüttungen die Investitionskraft von Unternehmen stimuliert werden kann, ist ein absoluter Trugschluss. Die Studie belegt, dass das Gegenteil der Fall ist“, betonte Ottel. Der Umsatz eines Unternehmens werde primär zur Deckung der Kosten von Personal, Material und für Reinvestitionen verwendet. Erst danach decke der Betriebserfolg Kosten des Fremdkapitals, Steuern an den Staat und letztendlich mögliche Ausschüttungen an Eigentümer. „Weniger Ausschüttungen an Eigenkapitalgeber sowie höhere Unternehmenssteuern auf der einen Seite, bei gleichzeitig stärkerer Investitionskraft sowie Arbeitsplatzschaffung auf der anderen, wie dies die Arbeiterkammer ständig fordert, ist daher schon aus Gründen der Logik nicht zu vereinbaren. Das wäre wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt. Am Schluss würde nichts mehr übrig bleiben“, so Neumayer.

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