Industrie: Wertschöpfungsabgabe schadet Standort und kostet Jobs

IV-GS Neumayer: Investitionsstrafsteuer ist Weg zurück in die Vergangenheit – Retro-Ideen sichern keine Arbeitsplätze und belasten Unternehmen zusätzlich – Österreich bereits unter Ländern mit geringstem Wirtschaftswachstum

IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer

„Österreich gehört mittlerweile im EU-Raum zu den Ländern mit dem geringsten Wirtschaftswachstum, steigender Arbeitslosigkeit und geringer Investitionsneigung. Daher ist es unverständlich und falsch, dass in solchen Zeiten eine Ausweitung der Unternehmensbesteuerung durch eine Wertschöpfungsabgabe gefordert wird. Eine solche schadet dem Standort und kostet dringend benötigte Arbeitsplätze in Österreich“, so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer heute, Freitag. Durch eine Wertschöpfungsabgabe komme es zu einer Doppelbesteuerung von Gewinnen sowie einer Ausweitung der steuerlichen Belastung auf Fremdkapitalzinsen, Mieten und Pachten. Zudem sei zu befürchten, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch noch Investitionen ebenfalls in die Besteuerung einbezogen werden, weil dies schon oft in der Vergangenheit gefordert wurde. „Eine solche drohende Investitionsstrafsteuer ist Gift für die Unternehmen und den Wirtschaftsstandort“, so Neumayer.

„Der Faktor Arbeit kann durch eine Investitionsstrafsteuer in Form einer Wertschöpfungsabgabe nicht nennenswert entlastet werden“, betonte der IV-Generalsekretär. Stelle man den FLAF-Dienstgeberbeitrag auf einen Wertschöpfungsbeitrag um, dann würden die Arbeitskosten für die Unternehmen gerade einmal um 1,1 Prozent sinken. Diese bescheidene Entlastung werde bereits bei der nächsten Gehaltserhöhung mehr als aufgefressen – „dafür nimmt man die weitere Verunsicherung insbesondere von kapitalintensiven Unternehmen in Kauf. Außerdem zeigen Studien, dass durch eine Wertschöpfungsabgabe der öffentliche Sektor zulasten der kapitalintensiven Industrie entlastet wird. In konjunkturell massiv angespannten Zeiten wie diesen sollte es zu keiner Förderung geschützter Wirtschaftsbereiche zulasten der im Wettbewerb stehenden exponierten Wirtschaftsbereiche kommen. Derartige Retro-Ideen aus den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts sichern jedenfalls keine Arbeitsplätze und belasten oft bereits am Limit wirtschaftende Unternehmen zusätzlich“, erklärte Neumayer.

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