Industrie: Fairness für die europäische Stahlbranche!

IV-GS Neumayer: EU muss faire, stabile und ausgewogene Wirtschaftsbeziehungen mit China sicherstellen – Unlautere Handelspraktiken kosten Arbeitsplätze in Europa

Schienenkühlbett

„Die EU muss faire, stabile und ausgewogene Wirtschaftsbeziehungen mit China sicherstellen. Als Industrie unterstützen wir angesichts des jüngsten Verdachts unlauterer Handelspraktiken daher handelspolitische Schutzmaßnahmen im Interesse der europäischen Stahlbranche“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Montag. Aktuell stehe die europäische Stahlindustrie, aufgrund von Überkapazitäten und Preisverfall, ausgelöst durch Überkapazitäten und staatliche Preisstützungen aus China auf dem internationalen Markt unter starkem Druck, „was zu einem wachsenden Arbeitsplatzabbau und zur Schließung von europäischen Produktionsstätten führen könnte“, so Neumayer. Entscheidend sei im Hinblick auf die zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen mit China bei der Frage nach der Anerkennung des Marktwirtschaftsstatus der Volksrepublik die Kriterien fairer Handelsbedingungen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Europäische Kommission muss überdies ihren Fokus viel stärker auf die globale Konkurrenzfähigkeit der Europäischen Industrie richten – etwa im Bereich der energieintensiven Industrie“, so Neumayer. 

Neumayer: „Impact Asessment“ unter Einbeziehung der Industrie wichtig 

„Die Europäische Kommission hat im Jänner entschieden, ihre Stellungnahme bezüglich des Marktwirtschaftsstatus bis zum Sommer 2016 zu verschieben. Bis dahin soll eine Analyse über die möglichen Folgen der Anerkennung – ein so genanntes ‚Impact Assessment‘ – vorgenommen werden. Als IV begrüßen wir eine eingehende Analyse für eine weitere Klärung der Auswirkungen. Zudem ist es erfreulich – aber auch notwendig –, dass im Zuge besagten ‚Impact Assessments‘ auch die europäische Industrie aktiv einbezogen werden soll“, so der IV-Generalsekretär, der darüber hinaus auf die Ankündigung der EU-Kommission verwies, drei neue Anti-Dumping-Untersuchungen gegen Stahlimporte aus China aufnehmen zu wollen, etwa im Bereich kalt-gewalzten Stahls. Gleiches müsse jedoch auch für warm-gewalzte Stahlprodukte gelten, wie dies von Seiten der Stahlindustrie auch verlangt werde. „Vor allem aber ist die EU nun gefordert, den ins Stocken geratenen Prozess zur Überarbeitung der handelspolitischen Schutzmechanismen fortzusetzen. Denn wenn wir faire Wettbewerbsbedingungen für Europas Industrie garantieren und damit letztlich heimische Arbeitsplätze schützen wollen, brauchen wir dazu effektive Instrumente“, schloss Neumayer.

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