Industrie zu Wettbewerbsfähigkeitsrat: Unternehmensfinanzierung stärken

IV-GS Neumayer: KMU-Finanzierungsvorschläge sinnvolle Maßnahme – Banken tragende Säule der Unternehmensfinanzierung – Industriebeteiligungen von Banken nicht erschweren – Mitarbeiterkapitalbeteiligungsstiftungen forcieren

IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer

„Ein einfacherer und besserer Zugang zu Risiko- und Wachstumsfinanzierung für kleine und mittlere Betriebe ist notwendig, wenn wir mit der voranschreitenden Digitalisierung Schritt halten möchten. Die Industrie sieht daher die von Staatssekretär Harald Mahrer beim EU-Wettbewerbsfähigkeitsrat präsentierten Finanzierungs-Vorschläge als sinnvolle und richtige Maßnahme“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer heute, Donnerstag. Die IV spreche sich trotzdem dafür aus, den Kreislauf der Unternehmensfinanzierung weiter zu denken. „Start-ups wachsen, expandieren und wollen an die Börse, um weiter wachsen zu können. Auch in diesem Bereich bedarf es weiterer Maßnahmen“, so Neumayer. Zu den aktuellen Diskussionen über die Vertiefung der Kapitalmarktunion wies der IV-Generalsekretär auf die „eklatanten Unterschiede bei der europaweiten Ausgestaltung der Kapitalmärkte“ hin. Insbesondere Österreich sei mit 38 Prozent der Aktienmarktkapitalisierung gemessen am BIP im unteren Drittel angesiedelt, während der EU-Durchschnitt bei 64 Prozent liege. „Im Sinne des europaweiten Wettbewerbs sind daher weitere massive Fortschritte notwendig. Der vorgestellte Aktionsplan muss jedenfalls rasch umgesetzt werden, wobei der Fokus auch auf steuerliche Aspekte gerichtet werden soll“, so Neumayer, der die Diskriminierung von Eigenkapital als „Innovationshemmschuh für die Volkswirtschaft“ bezeichnete. 

Finanzierung: Keine weiteren Belastungen für Banken und Unternehmen

Bei der Unternehmensfinanzierung wies Neumayer auf die Rolle der Banken als „tragende Säule der Unternehmensfinanzierung in Kontinentaleuropa“ hin: „Mit neuen europäischen Regularien und verschärften Eigenkapitalvorschriften schaden wir uns nur selber: Banken können keine Kredite vergeben, vor allem kleine und mittlere Unternehmen bekommen nicht die nötige Finanzierung.“ Die Vorschriften seien jedenfalls zu streng und sollten daher gelockert werden. Zudem sollen die durch den Basler Ausschuss angedachten Neuerungen genau geprüft werden, da den Banken und Unternehmen keine weiteren Belastungen aufgebürdet werden dürften. „Denn gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann dies eine gefährliche Schubumkehr für die europäische Wirtschaft bedeuten.“ Ebenso dürften Industriebeteiligungen von Banken nicht erschwert werden, da diese oftmals stabile Kernaktionäre seien. Auch dürften Regelungen zum Klumpenrisiko die Kreditvergabe kleinerer, regionaler Banken nicht verhindern.

Mitarbeiter sollen am Unternehmenserfolg partizipieren

Abschließend betonte der IV-Generalsekretär die Bedeutung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungsstiftungen: „Auch die Mitarbeiter sollen am Erfolg ihres Unternehmens partizipieren können. Mit der Möglichkeit einer Mitarbeiterkapitalbeteiligungsstiftung würde nicht nur dieses Ziel erreicht, es wäre auch möglich, für österreichische Industrieunternehmen einen stabilen Kernaktionär zu schaffen, um so den langfristigen Bestand des Unternehmens in Österreich und damit den Erhalt der Arbeitsplätze zu sichern. Hier muss auch der nationale Gesetzgeber Maßnahmen ergreifen“.

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