Industrie zu Steuer-Studie: Ideologiegetriebenes Bashing gegen Unternehmen schafft keine Arbeitsplätze

IV-GS Neumayer: Bewusste Fehlinterpretation von Zahlen unseriös – Österreichs Unternehmen leisten ein Drittel des gesamten Steuer- und Abgabenaufkommens

„Unternehmen und Konzerne leisten nicht nur einen hohen finanziellen Beitrag für den Staatshaushalt, sondern auch einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: Unter anderem schaffen sie Arbeitsplätze und sichern die Versorgung der Gesellschaft mit Gütern und Dienstleistungen“, betont der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, anlässlich der Veröffentlichung einer Studie über die Besteuerung international tätiger Unternehmen im Auftrag der europäischen Grünen. „Die Studie und vor allem deren einseitige und offensichtlich interessengesteuerte Interpretation durch politische Parteien zeigen einmal mehr, was passiert, wenn Daten von Unternehmen veröffentlicht werden: Bewusste Fehlinterpretation von Zahlen, um das ideologiegetriebene Bashing gegen Unternehmen fortzusetzen“, so Neumayer. Daher sei auch die Forderung nach dem öffentlichen Country-by-Country-Reporting abzulehnen, da dies nur zu weiteren Missbrauch und Fehlinterpretationen führen würde.

Studiendaten bei weitem nicht vollständig

In der vorliegenden Studie von Petr Jansky würden Daten von Unternehmen aus der Datenbank „Orbis“ verwendet – jedoch nur auf Basis von Einzelabschlüssen der Unternehmen. „Bei Gewinnausschüttungen innerhalb des Konzerns werden Gewinne doppelt ausgewiesen, nämlich einmal bei der Tochtergesellschaft und einmal bei der Muttergesellschaft. Besteuert sollten diese Gewinne aber natürlich nur einmal werden. Wenn nun die einmal gezahlte Steuer dem doppelt ausgewiesenen Gewinn gegenübergestellt wird, ergibt sich natürlich scheinbar ein effektiver Steuersatz, der unter dem nominellen liegt“, erklärt der IV-Generalsekretär. Dazu komme, dass die Daten in „Orbis“ bei weitem nicht vollständig sind, wie dies auch in der Studie erwähnt wird. Rückschlüsse auf tatsächliche Steuerzahlungen oder gar auf die „Gerechtigkeit“ des Steuersystems seien daher auf Basis dieser Daten unzulässig.

Steuerdiskussion auf eine seriöse Basis zurückzuführen

„Österreichische Unternehmen zahlen pro Jahr rund 50 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben, das ist etwa ein Drittel des gesamten Steuer- und Abgabenaufkommens. Dazu zählen nicht nur die Gewinnsteuern, sondern auch Sozialversicherungsbeiträge, Energieabgaben und sonstige Abgaben. Es wird Zeit, die Steuerdiskussion auf einer seriösen Basis zu führen“, betont Neumayer abschließend.

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