Industrie zu Pharma-Roundtable: F&E entscheidender Schlüssel, um medizinische Versorgungssicherheit zu stärken

IV-GS Neumayer: Österreich in strategische Wertschöpfungsketten positionieren – Mehr Mittel für F&E in Österreich und EU

„Der aktuelle Kampf gegen das Coronavirus und dessen Ausbreitung macht auch deutlich, wie wichtig moderne Medizin und Pharmaziewirtschaft sowie die dahinterstehende Forschung und Entwicklung für unsere Gesellschaft sind. Die Verfügbarkeit moderner Wirkstoffe wird oft als selbstverständlich angenommen. Um diese Sektoren in Europa und Österreich aber nachhaltig zu stärken und die Re-Industrialisierung voranzutreiben, bedarf es massiver Anstrengungen“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, am heutigen Montag anlässlich des Round-Table mit Vertreterinnen und Vertretern der Pharmaindustrie mit Bundesministerin Margarete Schramböck. Wesentlicher Stellhebel dafür sei, F&E-starke Industrieunternehmen dabei zu unterstützen, ihre Technologieführerschaft aus Österreich heraus auf den Weltmärkten auszubauen. „Das ermöglicht ‚Innovationen Made in Austria‘ – auch und vor allem im Pharmabereich“, so Neumayer, der darauf verwies, dass heute große Teile der Antibiotika-Grundstoffe aus China kommen. Die aktuelle Krise führe vor Augen, wie wichtig es ist, dass bestimmte Produktionen in Europa gehalten bzw. wieder nach Europa zurückgeholt werden. Das bedeute aber keinesfalls, dass generell die Verschränkung der internationalen Wirtschaft zurückgedreht werden soll.

Forschungsfinanzierungsgesetz mit klarem Wachstumspfad und Teilnahme an europäischen industriellen Leitprojekten

Auf europäischer Ebene plädiert die Industrie daher für eine Teilnahme Österreichs an bestehenden „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) bzw. der Gestaltung neuer Projekte. Diese IPCEIs tragen zur Stärkung der Positionierung österreichischer Unternehmen in strategischen Wertschöpfungsketten bei. Dies erfordere unter anderem Allianzen mit anderen Ländern sowie zusätzliche Mittel in nationalen Budgets. Notwendig sei zudem das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ stärker auszustatten, konkret mit mehr als 120 Mrd. Euro (in konstanten 2018-Preisen). Um den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich zu stärken, fordert die Industrie unter anderem den Beschluss für ein „echtes“ Forschungsfinanzierungsgesetz mit klarem Wachstumspfad um plus 7 bis 10 Prozent pro Jahr. Zudem brauche es eine ambitionierte FTI-Strategie 2030 mit konkreten Zielen, die es ermöglicht, in die Spitzengruppe der europäischen Innovationsstandorte aufzusteigen. „Forschung, Entwicklung und Innovation spielen eine entscheidende Rolle, wenn wir die medizinische Versorgungssicherheit in Österreich und Europa stärken möchten“, so Neumayer abschließend.  

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