Industrie: Österreich bei „Horizon 2020“ auf Erfolgskurs

IV-GS Neumayer: „Horizon 2020“ hat an strategischer Bedeutung gewonnen – Deutliche Budget-Erhöhung des nächsten EU-Forschungsprogramms gefordert

„Die erfreuliche Zwischenbilanz des EU-Forschungsrahmenprogramms ‚Horizon 2020‘ zeigt, wie wichtig dieses für den Innovationsstandort Österreich und die forschenden Unternehmen in unserem Land ist. Entscheidend ist, dass diese Erfolgsgeschichte fortgesetzt wird. Daher muss sich das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm an den vorhandenen Stärkefeldern orientieren“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, am heutigen Dienstag anlässlich des Pressegespräches zu „Horizon 2020“ mit Bundesminister Heinz Faßmann, FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth und ERC-Preisträger Nuno Maulide. Besonders positiv sei das hervorragende Abschneiden der heimischen Unternehmen, die ihre Beteiligung gegenüber dem vorigen EU-Forschungsrahmenprogramm um zehn Prozent steigern konnten. Im Ländervergleich lägen diese mit mehr als 37 Prozent der zurückgeholten Mittel deutlich über dem Durchschnitt. Speziell die FFG als Nationale Kontaktstelle leiste durch ihre Beratungsleistung und Unterstützung einen wertvollen Beitrag. „Das EU-Forschungsrahmenprogramm hat während der vergangenen Jahre massiv an strategischer Bedeutung gewonnen: Durch die komplementäre Wirkung zu nationalen Maßnahmen, bildet es einen wesentlichen Eckpfeiler zur Stärkung des F&E- und Innovationssystems in Österreich und in weiterer Folge in Europa“, so Neumayer.

An das künftige, neunte EU-Forschungsprogramm, das derzeit in der entscheidenden Vorbereitungsphase sei, habe die Industrie eine klare Erwartungshaltung: „Wir brauchen eine eindeutige Zukunftsorientierung und ambitionierte Erhöhung bis hin zur Verdopplung des Budgets für das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm, um im international immer stärker werdenden Wettbewerb erfolgreich zu bleiben,“ erklärte der IV-Generalsekretär. Globale Wirtschaftsmächte wie China würden massiv auf F&E und Innovation setzen. Europa sei gefordert, die richtigen Schlüsse aus diesen Entwicklungen zu ziehen. Derzeit stünden für die strategisch wertvollen Schlüsseltechnologien, IKT oder Societal Challenges, knapp zwei Drittel des Budgets zur Verfügung. In Zukunft müsse weiterhin auf eine nachvollziehbare Ausrichtung auf die europäischen Stärkefelder und Wertschöpfungsketten geachtet werden. „Auch im Falle neuer Strukturen des Folgeprogramms von ‚Horizon 2020‘ darf es keinesfalls zur Schwächung industrierelevanter Programme kommen – im Gegenteil, wir brauchen eine Stärkung insgesamt und es muss zusätzlich Mittel unter anderem für neue Schlüsseltechnologien, etwa bei Künstlicher Intelligenz oder Digital Security and Connectivity, geben,“ forderte Neumayer. Speziell kooperative Formate wie Joint Technology Initiatives und Public Private Partnerships, zeichneten sich durch eine hohe Umsetzungskapazität aus, da sie die gesamte Innovationskette involvieren. Diese müssten auch weiterhin fortgeführt und gestärkt werden. „Dadurch können die gewünschten Hebel realisiert und Innovationen rascher auf den Markt und damit in die Gesellschaft gebracht werden“, so der IV-Generalsekretär abschließend.

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