Transformation des Energiesystems als wirtschaftliche Chance nutzen

IV stellt neues Grundsatzpapier zu Energie- und Klimapolitik vor – Innovation statt Subvention – Ziel ist hoch effizientes, letztendlich dekarbonisiertes Energiesystem

Vorstellung des Aktionspapiers „Innovativ. Effizient. Nachhaltig. – Österreichs Industrie für Energie und Klima der Zukunft“ (v.l.n.r.:) IV-Vizegeneralsekretär Peter Koren, IV-Präsident Georg Kapsch, IV-Ausschuss Ressourcen, Energie und Ökologie Rudolf Zrost

Das Ziel einer letztendlichen Dekarbonisierung, wie in Paris beschlossen, sei einerseits eine große Herausforderung, aber „Paris ist auch eine Chance. Das ‚Was‘ ist seit Paris klar, nun geht es um das ‚Wie‘. Heute haben wir ein Gesamtkonzept vorgelegt, denn wir brauchen und wollen neue, unkonventionelle und bejahende Ansätze“, so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch, heute, Donnerstag, anlässlich der Vorstellung des IV-Aktionspapiers „Innovativ. Effizient. Nachhaltig. – Österreichs Industrie für Energie und Klima der Zukunft“. Es gelte die richtige Balance zwischen dem Schutz des Klimas aber auch der Bewahrung des Wohlstandes zu finden, denn „Energiekosten sind und bleiben sehr wichtige Standortfaktoren“, wie Kapsch betonte. „Der Schlüssel ist die Innovation“, so der Präsident, der hinzufügte: „Richtig gemacht ist die Transformation unseres Energiesystems eine Chance für die Umwelt, aber auch eine Chance für die Wirtschaft und letztlich eine Chance für die Menschen in Europa und der Welt.“ Der Ansatz der IV umfasse daher auch die gesamte Wertschöpfungskette inklusive der mit ihr zusammenhängenden Dienstleistungen. „Wir wollen bei der Dekarbonisierung einen innovationsbasierten Weg beschreiten – dazu brauchen wir jetzt einen konstruktiven Dialog“, so Kapsch.

Zrost: Neues Mindset nötig

Rudolf Zrost, Vorsitzender des IV-Ausschusses für Ressourcen, Energie und Ökologie, und mit der Ausarbeitung des Grundsatzpapiers im Rahmen einer Fokusgruppe aus maßgeblichen Mitgliedsunternehmen beauftragt, beschrieb das neue Mindset, mit dem der Umbau des Energiesystems gelingen kann. „Inversion, Integration, Innovation, kurz „3i“ muss der handlungsleitende Zugang für jede politische Maßnahme in diesem Bereich sein.“ Inversion stehe demnach für die Energiedienstleistung, die in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen sei, wie Zrost ausführte. „Integration steht für erneuerbare Energie, die es in das bestehende System zu integrieren gilt.“ Innovation stehe schließlich für neue Lösungen, „mit denen die für Wohlstand erforderlichen Energiedienstleistungen bereitgestellt werden können“, so Zrost.

Koren: Fokus auf Innovation

Anhand exemplarischer Forderungen konkretisierte schließlich Peter Koren, Vize-Generalsekretär der IV, die grundlegenden Aussagen des Aktionspapiers: „Wir müssen einmal bestehende Infrastrukturen besser für neue Technologien nutzen, wie etwa für Wasserstoff im Falle der bestehenden Erdgasinfrastruktur.“ Auch die Umstellung der aktuellen Einspeiseförderung auf marktkonforme, innovationsfreundliche Fördermodelle, wie etwa Investitionszuschüsse für Neuanlagen, sei im Papier als Maßnahme genannt. „Letztlich muss sich der Fokus auf Innovation auch in einer höheren Dotierung niederschlagen, die bis zum Jahr 2030 auf 400 Mio. Euro hochgefahren werden sollte, unter einem begleitenden Monitoring der erzielten Ergebnisse“, so der Vize-Generalsekretär, der abschließend betonte: „Die IV erwartet sich eine inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen Positionen nicht zuletzt im Rahmen der aktuellen Erarbeitung der Integrierten Energie- und Klimastrategie der Bundesregierung.“

IV-IconInformationen zum Beitrag


Kontakt

DI Dieter Drexel

stv. Bereichsleiter Infrastruktur, Transport, Ressourcen & Energie, Umwelt, Industriellenvereinigung

T  +43 1 71135 2394
E   dieter.drexel@iv.at

IV-IconVerwandte Themen auf IV-Net


IV-Iconiv-positionen

Neueste Ausgabe lesen
iv-exklusiv Bild