Industrie: US-Ausstieg aus Klimaschutzabkommen fatales Signal für globale Anstrengungen

IV-Vize-GS Koren: Ziel eines fairen, weltweiten Klimaschutzes wieder ein Stück weit in die Ferne gerückt – Europäische Industrie bereit, bislang vereinbarten Teil beizutragen – Balance zwischen Klimaschutz und Arbeitsplätzen finden

Ing. Mag. Peter Koren, Vize-Generalsekretär

„Das Ziel einer letztendlichen Dekarbonisierung, wie in Paris beschlossen, ist zweifellos eine große Herausforderung, welche die europäische Wirtschaft jedoch angenommen hat. Europas Industrie ist bereit, den bislang vereinbarten Teil beizutragen. Mit dem US-Ausstieg aus dem Pariser Abkommen ist das Ziel eines fairen, weltweiten Klimaschutzes leider wieder ein Stück weit in die Ferne gerückt“, so Peter Koren, Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), heute, Freitag. Für die Industrie sei das „Was“ seit Paris klar, nun gehe es um das „Wie“. „Daran ändert auch eine historisch einzigartige Entscheidung eines Einzelnen, dem die Realitäten augenscheinlich nicht bewusst sind, nichts“, stellte Koren klar. Die USA seien der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen weltweit. „Verabschiedet sich diese Volkswirtschaft von den globalen Zielsetzungen, kann das jedoch niemand sonst – auch nicht die Europäische Union – durch noch weitergehende Zielsetzungen wirksam kompensieren“, gab Koren zu bedenken. Die EU trage lediglich zehn Prozent zu den globalen Emissionen bei und könne daher keinesfalls den bereits äußerst ambitionierten Reduktionspfad – alleine bis 2030 sind minus 36 Prozent geplant – weiter verschärfen.

Es gelte unbestritten, die richtige Balance zwischen Klimaschutz und Bewahrung von Arbeitsplätzen und Wohlstand zu finden, denn „starke, entwickelte Volkswirtschaften müssen und werden ihren Beitrag leisten, können aber nur dann Vorreiter bleiben, wenn sie dabei nicht an Prosperität verlieren“, betonte Koren. Gerade für die USA hätte diese Gefahr auf Basis der Umsetzung der Pariser Verträge wohl nicht bestanden. Dies habe Europa schon durch die massiven Vorleistungen und Anstrengungen der vergangenen Jahrzehnte klar bewiesen. „Richtig gemacht, ist die Transformation unseres Energiesystems eine Chance für die Umwelt, aber auch eine Chance für die Wirtschaft und vor allem für die Menschen in Europa und der Welt. Diesen, für die Zukunft so entscheidenden, Prozess durch kurzsichtige politische Entscheidungen derart zurückzuwerfen, ist daher als fatales Signal für die globalen Klimaschutzanstrengungen zu werten“, so Koren.

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