Industrie zu Strompreiszone: Getroffener Kompromiss nicht optimal

IV-GS Neumayer: Mögliche Preissteigerungen noch nicht exakt abschätzbar, „Horrorszenarien“ für Verbraucherseite jedoch abgewendet – Herber Rückschlag für EU-Energiebinnenmarkt

Infrastruktur, Transport, Ressourcen, Energie
Energie Effizienz (Symbol)

„Die Industrie anerkennt die Sorge um die Versorgungssicherheit in Deutschland, diese Sicherheit ist auch für uns oberstes Gebot. Dabei ist jedoch auch klar zu bewerten, dass uns diese Misere durch die fehlende Netzinfrastruktur in Deutschland für die offensichtlich nicht optimal in das Gesamtsystem integrierten Erneuerbaren bereitet wurde“, betonte Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), zu den Eckpunkten einer Einigung, die heute zwischen den deutschen und österreichischen Energieregulatoren Bundesnetzagentur und E-Control erzielt wurde. Hintergrund der Gespräche war die ab Oktober 2018 vorgesehene Beschränkung des Handels am deutsch-österreichischen Strommarkt. Deutsche und Österreichische Regulierungsbehörden hatten sich in den vergangenen Wochen auf Werte für langfristige Übertragungskapazitäten über die deutsch-österreichische Grenze nach einem Split des gemeinsamen Strommarktgebiets verständigt. „Die nun getroffenen Kompromisse sind von optimal weit entfernt, zeigen aber einen pragmatischen Zugang und schaffen so ein konstruktives Verhandlungsklima zur Lösung der künftigen Herausforderungen zwischen deutschen und österreichischen Partnern. Die Rolle der europäischen Regulierungsbehörde ACER dabei ist jedoch äußerst kritisch zu hinterfragen“, stellte der Generalsekretär klar.

Gemeinsam mit einer Vielzahl österreichischen Stakeholder hätte sich die IV wiederholt und auch unter dem Aufgreifen von Rechtsmitteln an die europäische Regulierungsbehörde ACER gewandt. Denn Deutschland bilde mit Österreich und Luxemburg eine historisch gewachsene, einheitliche Preiszone für elektrische Energie mit dem Handelsknotenpunkt an der Leipziger Strombörse. „Dieses Strommarktgebiet kommt dem Bild eines vollständig integrierten europäischen Energiebinnenmarktes sicherlich am nächsten. Eine Aufgabe dieses Marktgebiets kann somit nur als herber Rückschlag auf dem Weg zu einer Energieunion bewertet werden“, so Neumayer weiter. Potenzielle Preissteigerungen für die österreichische Verbraucherseite seien noch nicht exakt abschätzbar, werden aber wohl je nach Entwicklung der Importströme schlagend werden. „Einige regelrechte Horrorszenarien in diesem Sinne konnten aber wohl nun schon abgewendet werden“, so Neumayer abschließend.

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