Neues IV-Aktionspapier "Standort Land"

IV-Aktionspapier zur Stärkung der Industrie in peripheren Räumen

Ein neues Aktionsprogramm der Industriellenvereinigung zeigt, wie Österreich, das weitgehend durch periphere Gebiete geprägt ist, den „Standort Land“ wirtschaftlich nach vorne bringen kann. Die Weiterentwicklung ländlicher Regionen als Industriestandorte spielt dabei die Schlüsselrolle.

Demografische Entwicklungen
In Österreich leben 66,1 Prozent der Bevölkerung in Städten. Obwohl die Bevölkerungszahl bis 2030 um sieben Prozent steigen wird, wird lediglich in den städtischen Regionen ein Anstieg der Erwerbstätigen verzeichnet. Die erwerbsfähige Bevölkerung in ländlichen Gebieten schrumpft (zb. Murau -22,5 Prozent).

Wertschöpfungskerne in Österreich
Studien zeigen, dass materieller Wohlstand in Österreich auf engem Raum entsteht. Konkret werden auf weniger als acht Prozent des Siedlungsraumes mehr als 50 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung erzielt. Rund 56 Städte und Gemeinden mit einer Fläche von nur 882 km² generieren mehr als die Hälfte der Bruttowertschöpfung. Entsprechend gering ist die Wirtschaftsleistung in den verbleibenden Städten und Gemeinden, allesamt in peripheren Regionen. Die ländlichen Räume sollen verstärkt zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen bzw. daran teilhaben.

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken beschäftigt sich die IV mit diesem Thema. Die zentralen Zielsetzungen der IV sind hier nachzulesen:.

4 zentrale Zielsetzungen

  • Lebensqualität entsteht für alle Generationen durch den bedarfsgerechten, zukunftsorientierten und aufeinander abgestimmten Ausbau und Optimierung von Infrastruktur (Straße, Schiene, Energie, Breitband und Bildungseinrichtungen). Die Schaffung einer Bundes-Raumordnungskompetenz und raschere Genehmigungsverfahren für Infrastrukturausbauten und Betriebsanlagen sind dabei prioritär.
  • Die angebotenen Ausbildungen und die Nachfrage der Unternehmen am Arbeitsmarkt müssen abgestimmt werden, um bildungsinduzierte Abwanderung zu verhindern. Ergänzend kann der regionale Fachkräftebedarf durch geregelten Zuzug (Einführung einer regio­nalen Fachkräfte-Mangelberufsliste) gedeckt werden. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter durch die Unternehmen ist ein Erfolgsfaktor.
  • Durch regionale Kooperationsmodelle von Gemeinden werden neue Zentren in peripheren Regionen möglich. Die Bandbreite möglicher Zusammenarbeit ist groß und reicht von der gemeinsamen Entwicklung von Gewerbegebieten bis hin zur Ansiedelung von Unternehmen und der arbeitsteiligen Nutzung der Gemeindegebiete für Produktion, Wohnraum u.a. Dadurch können neue dynamische Zentren in peripheren Regionen entstehen.
  • Konkrete Anreize für Industrieunternehmen zur Schaffung und Absicherung von Arbeitsplätzen (wie der Zugang zu Regionalförderungen) sind essenziell, denn die Industrie ist der Schlüssel zur Weiterentwicklung ländlicher Regionen.

„Die konsequente Entwicklung des ländlichen Raumes steigert seine Bedeutung als Standort für Unternehmen. Damit werden neue Impulse für Beschäftigung, Wachstum und Wohlstand gesetzt“, so der IV-Steiermark-Präsident Georg Knill.

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