Industrie befürwortet EU-Japan-Abkommen

IV-GS Neumayer: EU und Österreich profitieren von gut gemachtem Freihandel – Japan wichtiger Handelspartner

Internationale Beziehungen
Handelsschiffe, TTIP

„Österreichs Industrie befürwortet das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan. Ein klug gemachter Handelsvertrag mit der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft bringt einerseits mehr Wachstum und Arbeitsplätze für beide Seiten. Anderseits wäre dieser ein wesentlicher Baustein in einem globalen Handelssystem, das es für Europa mitzugestalten gilt. Die vorliegende Grundsatzvereinbarung kann daher ein wichtiges Signal sein, das den anstehenden Verhandlungen weiteren Schwung verleihen sollte, um zu einem raschen und guten Abschluss zu kommen“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, am heutigen Donnerstag anlässlich des EU-Japan-Gipfels. Eine endgültige Bewertung des Abkommens sei naturgemäß erst nach Vorliegen eines Vertragstextes möglich. Allerdings könne dieses für Europa eine Möglichkeit bieten, die derzeit positive Stimmungslage in der Wirtschaft weiter zu verstärken. Einmal mehr appellierte der IV-Generalsekretär, das wichtige Thema Freihandel faktenbasiert und sachlich zu diskutieren: „Polemik, die unbegründet Ängste schürt, wie wir das bereits bei CETA erleben mussten, schadet dem Standort und damit Beschäftigung und Wohlstand“, so Neumayer. Dass Österreich von den 36 Freihandelsabkommen der EU bisher massiv profitiert habe, würde die Vergangenheit deutlich zeigen.

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und der zweitgrößte Handelspartner der EU in Asien. Gemeinsam machen beide mehr als ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aus. Die EU-Kommission rechnet damit, dass durch ein Freihandelsabkommen mit Japan die Ausfuhren der EU um 32,7 Prozent und die Exporte Japans um 23,5 Prozent steigen. Zudem könnten bis zu 420.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der EU entstehen. „Auch für Österreichs Wirtschaft spielt Japan eine bedeutende Rolle. Es ist der zweitwichtigste Handelspartner in Asien und der drittwichtigste in Übersee (nach China bzw. den USA) für uns. Japanische Unternehmen sind zudem mit 3,3 Mrd. Euro an Direktinvestitionen der bedeutendste asiatische Investor in Österreich“, so Neumayer, der auf die positiven Effekte des Abkommens für Österreich verwies. Das deutsche ifo-Institut prognostiziert einen Anstieg Österreichischer Exporte nach Japan auf 59 Prozent über zehn Jahre. Deutliche Chancen biete ein Abkommen durch den Abbau von Zöllen und weiteren Handelshemmnissen demnach vor allem für die Bereiche Maschinenbau, Chemie, Automotive-Bereich oder auch den Agrarsektor. Die ökonomischen Effekte eines Abschlusses würden aber insgesamt positiv für den produzierenden Sektor ausfallen, so der IV-Generalsekretär abschließend.

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