Das Haus der Industrie

Prunkvoller Höhepunkt des Späthistorismus: Informationen über die Architektur des Hauses und seine Eröffnung.

Das Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz

Das Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz 4 ist der prunkvolle Höhepunkt einer architekturgeschichtlichen Epoche, die als "Späthistorismus" bezeichnet wird. Der Bau der Ringstraße war bereits abgeschlossen, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die jenseits des ehemaligen Glacis und des Wienflusses gelegenen Grundstücke vom Wiener Stadterweiterungsfonds aufgeschlossen und verkauft wurden.

Die Architekten Friedrich von Schmidt, Theophil von Hansen, Karl von Hasenauer, Heinrich von Ferstel und Karl König prägten diese späte architekturgeschichtliche Epoche des Historismus.

Das Haus der Industrie

Architekt Karl König (mehr zu Karl König) errichtete das Industriehaus in den Jahren 1906 bis 1909 in seiner monumentalen, doch linearen, klaren Form, die sich am klassischen römischen Baustil des 17. Jahrhunderts orientiert. Die kantige, einfache Fassade ist im historischen Ringstraßenstil gestaltet, besitzt aber im Gegensatz zu den vor der Jahrhundertwende errichteten Bauten keinen plastischen Schmuck.

Das Haus der Industrie ist eines der letzten Quadersteinbauten in Wien. Die Fassade ist aufwendig mit Leitha-Sandstein verkleidet, der aus Stotzing im Burgenland stammt. Für den Sockel wurde zum Teil Stein aus Mannersdorfer Algenkalk und zum Teil Granit verwendet. Das Dach ist mit den 1901 patentierten Eternitplatten eingedeckt.

Die Krönung des viergeschossigen Eckbaus stellt eine riesige, dreigeteilte Attika dar. Auf ihren beiden Seiten befinden sich Steinbalustraden und Vasen aus Zinkguss. Die Attika trägt die Inschrift "Österreichs Industrie gewidmet" . Über der Inschrift befindet sich eine riesige Steinkartusche, die in unbearbeitetem Zustand 42 Kubikmeter fasste und die im Relief den sinnenden Hephaistos darstellt.

Der griechische Gott Hephaistos repräsentiert die von der Intelligenz gebändigte, Form schaffende, den Zwecken der Kultur dienende Kraft und damit die Industrie. Seine Kunst ist die Schmiedekunst, sein größtes Werk der Schild des Achilles.

Eröffnung

Die feierliche Eröffnung des Industriehauses durch Kaiser Franz Josef I. erfolgte am 25. März 1911 . Am Abend fand in den Repräsentationsräumen ein Rout mit 500 Gästen statt, an dem neben den Repräsentanten des Kaiserhauses die Regierung, der Statthalter, die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Industrie teilnahmen.

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