Salzburg Summit: Europa braucht technologische Aufholjagd

Neues Wirtschaftsformat mit internationalen Top-Gästen setzt Fokus auf Innovationsstandort Europa – IV-Präsident Kapsch: Europa darf nicht zwischen den USA und China zerrieben werden

Salzburg Summit

Bei den heutigen Gesprächen des von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler eröffneten Salzburg Summit betonte IV-Präsident Georg Kapsch, dass mehr Innovationskraft eine gemeinsame Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sei. Kapsch warnte vor einem Zurückfallen Europas im internationalen Wettbewerb mit den USA und China. „Wir müssen an Stärke und Dynamik gewinnen, sonst werden wir in Europa zwischen dem neoliberalem US-Modell und dem Staatsmodell Chinas zerrieben werden.“ Es sei eine „ungesunde Abhängigkeit“, wenn 80 Prozent aller in Europa verwendeten elektronischen Komponenten aus China kämen. Zur Sicherung des europäischen Modells seien mehr F&E-Investitionen, der gemeinsame Binnenmarkt, der Schutz der vier Grundfreiheiten und eine zukunftsorientierte Politik unverzichtbar. „Die Politik muss Menschen und Unternehmen ermutigen, innovativ zu sein, Regulierung minimieren und Freiheit fördern.“ Wohlstand und soziale Kohäsion seien keine Selbstverständlichkeit, sie müssten jeden Tag von Menschen, Unternehmen und Institutionen erarbeitet werden, so Kapsch.

Zwtl: Handlungsbedarf bei Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft

Am ersten Tag des Salzburg Summit präsentierten und diskutierten u.a. Marcus Wallenberg, schwedischer Bankier und Industrieller, Janneke van der Kamp, Head Novartis Pharma Region Europe, Karl-Theodor zu Guttenberg, Chairman, Spitzberg Partners, Antonella Mei-Pochtler, BCG, Stefan Pierer, CEO TKM AG, Andreas Treichl, CEO Erste Group Bank AG, Georg Kopetz, Member of the Executive Board, TTTech, und Valentin Stalf, CEO und Co-Founder, N26, den wettbewerbs- und innovationspolitischen Handlungsbedarf für Europa sowie Innovationsstrategien von europäischen Unternehmen. Karl-Theodor zu Guttenberg warnte etwa davor, neue Technologien nur „mit der Regulierungsbrille“ zu sehen. Der von einer Studienreise aus dem Silicon Valley zurückgekehrte Altbundeskanzler Sebastian Kurz sprach sich dafür aus, keine Angst vor Innovationen zu haben, sich aber bestimmte Unternehmen genau anzuschauen. „Wir können das europäische Modell nur dann in die Welt exportieren, wenn wir international wettbewerbsfähig sind“, stellte Kurz klar.

Zwtl: Mehr Anreize, mehr Investitionen, mehr Binnenmarkt

„Die Befunde der Experten und Entscheidungsträger des Salzburg Summit zeigen ein klares Bild: Wir brauchen eine europäische technologische Aufholjagd mit mehr Mitteln für F&E, einem funktionierenden Binnenmarkt, der gemeinsamen Entwicklung von Schlüsseltechnologien und staatlichen Anreizen für Investitionen“, bilanziert IV-Generalsekretär Christoph Neumayer die heutigen Beratungen des Salzburg Summit. Die Veranstaltung wird morgen mit Impulsen u.a. von Philosoph Richard David Precht, Paul Dujardinvom, Center for Fine Arts in Brüssel, Derrick Bolton von der Stanford University, dem ehemaligen estnischen CIO Taavi Kotka sowie Infineon-CEO Reinhard Ploss fortgesetzt. Der erste Salzburg Summit wurde als Format von der Wirtschaft für die Wirtschaft von der Industriellenvereinigung in Kooperation mit der PR-Unternehmerin Gabi Spiegelfeld organisiert.

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