Knill: Industrie Garant für Stabilität, Treiber für Innovation und Fortschritt

IV-Präs. Knill: Brauchen jetzt wirkungsvolles, strategisches Krisenmanagement für zumindest 2. Halbjahr – Konsum stärken, Kosten senken, Kapital sichern – Müssen bei Digitalisierung, Forschung und Technologie ins Spitzenfeld

von links nach rechts: IV-Vizepräsident Philipp von Lattorff, IV-Präsident Georg Knill, IV-Vizepräsidentin Sabine Herlitschka

„Ich freue mich, als neuer IV-Präsident gemeinsam mit einem Team hier zu stehen, das sich mit Sabine Herlitschka und Philipp von Lattorff aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die beide für die österreichische Industrie stehen und die fest in der Industrie verankert sind – national wie international“, so Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV) heute, Freitag, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit IV-Vizepräsidentin und Vorstandsvorsitzenden der Infineon Technologies Austria AG Sabine Herlitschka und IV-Vizepräsidenten und Geschäftsführer der Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG Philipp von Lattorff anlässlich der Vorstellung des neu gewählten IV-Präsidiums. Alleine diese beiden Unternehmen stünden für 2,6 Mrd. Euro an Investitionen in Österreich. Der neue IV-Präsident betonte zudem den positiven Demokratisierungsschub, den der aktuelle Wahlprozess organisationsintern ausgelöst habe: „Dieser Diskurs ist wichtig. Aber die IV war und ist stets eine geeinte, geschlossene Organisation gewesen und wird daher nun auch die Gestaltung der Zukunft geeint und geschlossen angehen.“

Der Stellenwert der österreichischen Industrie könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, „denn sie ist der Garant für Stabilität, ist der Treiber für Innovation und Fortschritt. Sie steht im engeren Sinn für 22 Prozent der nationalen Wertschöpfung und rund 1 Mio. Arbeitsplätze, sie steht für Beschäftigung und Wohlstand – dafür setzen wir uns weiter ein.“ Derzeit jedoch stehe Österreich vor der größten wirtschaftlichen Herausforderung der Zweiten Republik. „Wir erwarten heuer einen Wirtschaftsrückgang von rund 8 Prozent. Daher brauchen wir jetzt ein starkes, wirkungsvolles Krisenmanagement. Erste Maßnahmen wurden bereits gesetzt, weitere müssen im 2. Halbjahr folgen – national wie international“, stellte Knill klar. Auf nationaler Ebene gelte es, den Wirtschaftsstandort bestmöglich abzusichern. „Wir müssen rasch die richtigen Schritte setzen, um den Konsum zu stärken, Kosten zu senken und Kapital zu sichern“, so Knill. Konkret bedeute das u.a. neue Maßnahmen bei der Kurzarbeit, Entlastungen bei den Lohnnebenkosten und die Senkung der Körperschaftsteuer auf 21 Prozent sowie eine Stärkung des Eigenkapitals von Betrieben. Beim Thema Digitalisierung habe Corona zwar „einen Schub“ bewirkt, aber Österreich müsse hier „vom Mittelmaß ins Spitzenfeld vorstoßen“. „Wachstum und Effizienz sind die Stellschrauben für den Weg aus der Krise. Wir müssen daher in Österreich Input und Output in ein besseres Verhältnis bringen – sei es in der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitsbereich, in der Bildung oder im Pensionssystem. Nur so kommen wir – gemeinsam mit einer starken Industrie – aus der Krise“, hielt Knill fest.

Auf europäischer Ebene stehe in Kürze die deutsche Ratspräsidentschaft bevor, mit dem Ziel, Europa gemeinsam stark zu machen. „Das muss auch unser Ziel sein. Wir brauchen als exportorientierte Volkswirtschaft wieder ungehinderten Zugang zu unseren Märkten, wir brauchen wieder Reisefreiheit – in Europa wie auch international. Wir brauchen ein starkes Europa für ein erfolgreiches Österreich“, so der IV-Präsident.

Herlitschka: Erfolgreich in einem starken Europa

„Österreich war und ist erfolgreich in einem starken Europa“, hob auch IV-Vizepräsidentin Sabine Herlitschka hervor. Insbesondere Forschung, Technologie und Innovation seien die Garanten für den Ausbau eines starken Europa. „Ohne sie sind wir international nicht konkurrenzfähig. Denn wir leiten unsere Wettbewerbsfähigkeit von den besten Köpfen und den innovativsten Konzepten ab“, so Herlitschka. Im nächsten Halbjahr werde es darum gehen, den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU zu fixieren – und dabei das Forschungs- und Technologieprogramm finanziell auszustatten. „Wir waren hier bisher höchst erfolgreich. Rund 1,5 Mrd. Euro aus dem Programm sind bereits nach Österreich zurückgeflossen“, so die IV-Vizepräsidentin. Auch der „Green Deal“ werde ein wichtiges Thema sein, bei dessen „Übersetzung“ in Österreich es darum gehen müsse, „Wachstum, Arbeitsplätze und Nachhaltigkeit zu kombinieren.“ Bisher habe die Bundesregierung im Innovationsbereich die richtigen Schritte gesetzt. So sei etwa der Beschluss des Forschungsfinanzierungsgesetzes diese Woche „sehr positiv, weil es Planungssicherheit bringt. Für den nahhaltigen Erfolg braucht es auf diesem Gebiet aber von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung eine Budgetsteigerung“. Auch die Investitionsprämie sei ein wichtiges Instrument, da sie Anreize schaffe, bereits geplante Investitionen vorzuziehen „und damit das Wachstum anzuschieben. Wir wissen heute, dass ein Arbeitsplatz in der Industrie zumindest zu drei weiteren führt. Gerade in diesen Zeiten ist das ein umso wichtigerer Faktor, der zeigt: Die Industrie ist der beste Garant gegen und während Krisen“, so Herlitschka.

von Lattorff: Bei Forschung, Technologie und Innovation mit den Besten messen

Auch IV-Vizepräsident Philipp von Lattorff betonte den hohen Stellenwert von Forschung, Technologie und Innovation: „Das sichert Österreichs Wohlstand, Arbeitsplätze und damit den sozialen Frieden. Die Industrie trägt maßgeblich dazu bei. Immerhin leistet sie rund die Hälfte aller Investitionen in diesem für die heimische Wettbewerbsfähigkeit so entscheidenden Bereich.“ Österreichs Ziel müsse es aber sein, ins Spitzenfeld zu kommen. „Österreichs Forschungsquote sollte bis 2030 auf mindestens vier Prozent des BIP steigen – derzeit ligen wir bei nur 3,19 Prozent. Wir brauchen eine Top 3-Platzierung für Österreich im Digital Economy and Society Index (DESI) der EU-Kommission. Derzeit liegen wir nur auf Platz 11. Und wir müssen bis 2022 die Weichen für mehr Technikgraduierte stellen, denn wir brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den bestmöglichen Qualifikationen. An all diesen Stellschrauben müssen drehen, wenn wir uns mit den Besten messen können wollen. Und das müssen wir, wenn wir uns Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Arbeitsplätze erhalten wollen“, so von Lattorff abschließend.

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