FFG zentraler Partner für den Standort – angewandte F&E sichert Innovationskraft

Innovation sichern, Standort stärken – stabile Rahmenbedingungen und stärkere Finanzierung für angewandte Forschung notwendig
„Angewandte Forschung und Entwicklung ist entscheidend, um Innovationen rasch in marktfähige Technologien, Wertschöpfung und Beschäftigung zu überführen. Dafür braucht es ein starkes Commitment und stabile Rahmenbedingungen“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer anlässlich der heutigen FFG-Jahrespressekonferenz. Die FFG ist ein wichtiger Partner zur Förderung der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in Österreich, die zu etwa zwei Drittel von Unternehmen getragen werden. Nicht nur durch ihre direkten Förderprogramme im Bereich der angewandten F&E sondern auch in der Abwicklung der Forschungsprämie ist die FFG ein hochrelevanter Akteur und spielt damit auf Seiten der öffentlichen Hand eine wesentliche Rolle bei der Mobilisierung privater F&E-Investitionen.
FTI-Pakt 2027–2029 sichert Mittel für angewandte F&E – steigende Anträge und Kosten setzen System weiter unter Druck
Mit dem im Februar beschlossenen FTI-Pakt 2027-2029 werden 5,5 Milliarden Euro für Forschung und Innovation bereitgestellt, was eine Steigerung im Vergleich zum aktuellen FTI-Pakt bedeutet, die insbesondere auf ein deutliches Plus in der Grundlagenforschung zurückzuführen ist. Trotz herausfordernder Budgetlage konnte – dank klarer Priorisierung und intensiver Verhandlungen – eine nominelle Stabilisierung der Mittel für die angewandte und wirtschaftsnahe Forschung erreicht werden. „Sehr erfreulich ist, dass das Wirtschaftsministerium zusätzlich 76,6 Millionen Euro für Forschung, Technologie und Innovation in 2026 bereitstellen wird“, so Neumayer.
Wie auch das Ergebnis der FFG-Jahresbilanz mit stark steigender Zahl an Förderanträgen zeigt, bleibt das Innovationsniveau der Unternehmen ungebrochen hoch. Dieses Wachstum und auch die hohe Inflation der letzten Jahre, die aufgrund der geopolitischen Situation auch in absehbarer Zeit voraussichtlich herausfordernd bleiben wird, kann mit dem beschlossenen FTI-Pakt nicht ausreichend adressiert werden. Die Finanzierungssituation verschärft sich weiter. Derzeit müssen rund ein Drittel der förderwürdigen Projekte aus Budgetgründen abgelehnt werden. Damit können Investitionen in Innovation nicht zeitgerecht bzw. in nötigem Ausmaß realisiert werden. „Das ist ein alarmierendes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, unterstreicht Neumayer.
Fonds Zukunft Österreich rasch absichern und auf 200 Mio. Euro ausbauen
Dringend notwendig ist daher nicht zuletzt die Umsetzung der im Regierungsprogramm festgelegten nachhaltigen Sicherung und Aufstockung des Fonds Zukunft Österreich auf 200 Millionen Euro jährlich. Für 2026 fordert die IV zumindest eine Übergangslösung, die maßgeblich für den angewandten und wirtschaftsnahen Forschungsbereich genutzt werden muss, da aktuell nur rund 75 Millionen Euro erwartet werden.
Schlüsseltechnologien stärken – themenoffene Formate weiterhin in den Fokus stellen
Die Schlüsseltechnologieoffensive des FTI-Pakts, die auf der Industriestrategie aufbaut, setzt wichtige Schwerpunkte in KI, Mikroelektronik, Produktions- und Quantentechnologien, Life Sciences, fortschrittliche Werkstoffe, Mobilitäts- oder Energie- und Umwelttechnologien. Die IV hat sich stark dafür eingesetzt auf österreichische Stärkefelder zu setzen und neue Zukunftsthemen in Österreich aufzugreifen, um unseren FTI-Standort als Top-Player in der globalen Innovationslandkarte zu verankern. Dazu braucht es stabile Rahmenbedingungen, die starke und funktionierende FTI-Ökosysteme wachsen lassen. Wichtig sind dabei verlässliche Programme und Instrumente, die sich bewährt haben und Planbarkeit zulassen. „Neben klaren Prioritäten braucht es weiterhin themenoffene Förderformate wie das FFG-Basisprogramm, die ausreichend budgetiert sind und Flexibilität erlauben. Unternehmen müssen ihre Innovationspfade flexibel gestalten, agil auf Entwicklungen in ihrem Umfeld reagieren können und diese in die Umsetzung bringen – gerade im globalen Technologiewettbewerb,“ betont Neumayer. Ein Fördereuro im FFG-Basisprogramm löst durchschnittlich 2,6 Euro an zusätzlichen F&E-Investitionen und rund 8,6 Euro Umsatz aus. „Die Zahlen belegen, dass es sich dabei um erfolgsversprechende öffentliche Investitionen handelt, die Wachstum und damit Wertschöpfung am Standort realisieren,“ stellt der IV-Generalsekretär fest.
Europäische Ebene konsequent mitdenken – Einsatz für ambitioniertes Horizon Europe wichtig
Klar ist, dass bei Technologieentwicklung und Zukunftsthemen die nationale Ebene mit der europäischen Ebene zusammen gedacht werden muss. Dabei kommt der FFG, als nationale Kontaktstelle und Bindeglied für heimische Unternehmen zu wichtigen EU-FTI-Programmen und -initiativen, eine entscheidende Rolle zu. Österreich ist im laufenden EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe mit rund 1,6 Milliarden Euro an bisher eingeworbenen Rückflüssen sehr erfolgreich, insbesondere in Säule 2. Für die forschungsintensive Industrie ist die strategische Zusammenarbeit mit europäischen und internationalen Partnern entscheidend für ihren Erfolg in globalen strategischen Netzwerken und Wertschöpfungsketten. „Wichtig ist daher, dass die österreichische Bundesregierung sich bei den laufenden Verhandlungen für ein ambitioniertes nächstes Horizon Europe mit einer starken Säule 2 und guter Verankerung von FTI in der Verbindung zum Europäischen Wettbewerbsfonds einsetzt“, betont Neumayer.

