Hohe Arbeitslosigkeit unterstreicht weiterhin Reformbedarf

Arbeits- und Industriestandort stärken – Belastung des Faktors Arbeit deutlich reduzieren
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sprechen weiterhin eine klare Sprache. Die wirtschaftliche Situation ist angespannt und die Umsetzung der angekündigten Reformen in der Industriestrategie bleibt unerlässlich. Im Jänner waren 456.192 Personen in Österreich arbeitslos oder in Schulung, das sind 10.670 mehr als im Vorjahr (2,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,8 Prozent.
„Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschärft sich zunehmend für unsere österreichische Industrie, Stellenabbau und Arbeitslosigkeit verfestigen sich. Die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten, die schwache Konjunktur und steigende Kosten setzen den Betrieben immer noch zu. Die in der Industriestrategie angekündigte Lohnnebenkostensenkung wäre ein Schlüssel, um dem konjunkturellen Lichtblick unter die Arme zu greifen“, merkt die Industriellenvereinigung (IV), angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen an.
Die Industrie spricht sich zum wiederholten Mal dafür aus, alle Potenziale für eine Senkung der Lohnnebenkosten auch tatsächlich zu nutzen, um den Arbeitsstandort zu entlasten, ohne die hohen sozialen Standards in Österreich zu berühren. Potenzial gäbe es hier beispielsweise beim Arbeitslosenversicherungsbeitrag, der mit 5,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland ist, oder bei der Senkung des Beitrages zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), der von Seiten der Unternehmen 3,7 Prozent beträgt. „Es müssen alle Potenziale ausgeschöpft werden, um Betriebe und deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu entlasten. Die im internationalen Vergleich sehr hohe Abgabenlast wirkt wachstumshemmend, setzt negative Beschäftigungsanreize und stellt einen enormen Wettbewerbsnachteil dar“, betont die IV.
Aus Sicht der Industrie ist es zentral, die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und die Abgabenlast deutlich zu senken, sonst kann Österreich im internationalen Wettbewerb nicht mithalten. „Eine derartige Entlastung fördert Investitionen und sichert Arbeitsplätze, die für einen Aufschwung essenziell sind. In konjunkturell herausfordernden Zeiten muss um die Erhaltung jedes Arbeitsplatzes gekämpft werden, indem Betriebe spürbar entlastet werden. Es gilt alles daran zu setzen, den Arbeits- und Industriestandort wieder zu stärken“, so die IV abschließend.

