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IV-VISIONEN ZUR HOCHSCHULSTRATEGIE 2040

Mit dem Kick-off im Dezember 2025 durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung begann offiziell die Erarbeitung der Hochschulstrategie 2040. Ihr Ziel – die Profilbildung der 77 Hochschulen und eine neue Arbeitsteilung im System – ist aus Sicht der Industriellenvereinigung (IV) klar zu begrüßen.

Als starke Partnerinnen von Wirtschaft und Industrie tragen Hochschulen wesentlich zur globalen Wettbewerbsfähigkeit bei. Sie sollen moderne Studien- und Weiterbildungs-angebote entwickeln (z. B. für Zukunftstechnologien wie KI), Wissenschaftskommunikation und Wissens- und Technologietransfer stärken sowie den Auswirkungen von Digitalisierung, KI, Demografie und Internationalisierung gerecht werden. Die Industriellenvereinigung versteht sich als strategische Partnerin dieses Transformationsprozesses. Gemeinsam mit Politik und Hochschulen will sie die Vision der Hochschulstrategie 2040 schärfen und ein leistungsfähiges, differenziertes, Output- und zukunftsorientiertes Hochschulsystem unterstützen. Sie plädiert dafür, Ziele verwandter Strategien – etwa der FTI-Strategie 2030 – in die Hochschulstrategie einzubetten, um Verbindlichkeit und Tempo im Wandel sicherzustellen.

6 Visionen der Industriellenvereinigung

  1. Eine Hochschullandschaft mit klarer Standortverantwortung und kluger Gesamtsteuerung.

    Wir brauchen Hochschulen, die mit mehr Eigenverantwortung als gestaltender Hebel für Zukunftsfähigkeit, Resilienz und Souveränität agieren. Wir benötigen eine gut abgestimmte Steuerung, die klare Profile schafft und Kooperationen innerhalb und außerhalb des Hochschulsektors gezielt fördert. Es bedarf wettbewerbsorientierter Universitäten und Fachhochschulen, die sich ihre Talente aussuchen können – nicht Studierende, die ein Überangebot erleben.

  2. Wir brauchen ein modernes Studien‑ und Weiterbildungsangebot, das den (MINT‑)Fachkräftemangel aktiv adressiert.

    Es sind flexible, lebensphasenorientierte Studienmodelle notwendig, die sich an den Bedürfnissen von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie orientieren. Wir brauchen über alle Hochschulsektoren hinweg abgestimmte Studienangebote und eine frühzeitige Orientierung für alle Talente entlang ihres gesamten Bildungspfads. Dafür benötigen wir ein Bildungssystem, das adaptiv, effizient und international konkurrenzfähig ist.

  3. Wir brauchen Studierende, denen echte Zukunftskompetenzen mitgegeben wurden. 

    Wir benötigen unternehmerische Fähigkeiten, Kommunikationsfähigkeit, Resilienz sowie AI‑, Data‑ und Digital Literacy als verpflichtende Bestandteile aller Studiengänge. Es bedarf ergänzend starker MINT‑Offensiven, KI‑Expertise und Cybersicherheitskompetenzen. Ziel soll ein Talentpool sein, der selbstwirksam, technologisch souverän und arbeitsmarktfähig in die Zukunft geht.

  4. Forschungsexzellenz und Technologietransfer müssen stärker ins Zentrum rücken. 

    Unser zukünftiger Wohlstand wird vom Funktionieren der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie abhängig sein. Wir brauchen daher mehr Profilbildung, mehr Exzellenz und mehr strategische Kooperationen. Die Universitäten müssen proaktiv auf die Unternehmen zugehen und langfristige, taktische Bündnisse in den Schlüsseltechnologien der Zukunft mit den Leitbetrieben schließen. Nur so können wir herausragende Innovationen aus der Forschung auch in am Weltmarkt konkurrenzfähige Produkte und Dienstleitungen übersetzen und damit den Wohlstand und die Arbeitsplätze von morgen sichern.

  5. Wir brauchen eine Internationalisierung, die sichtbar wirkt und Europas Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

    Wir benötigen Hochschulen, die aktiv zur technologischen und wissenschaftlichen Stärke Europas beitragen und das Potenzial internationaler Talente nachhaltig nutzen. Es bedarf ausgeweiteter globaler Partnerschaften sowie gezielt geförderte Kooperationen innerhalb des Hochschulsystems und mit regionalen wie internationalen Partnern.

  6. Wir brauchen ambitionierte Benchmarks, um gemeinsam eine attraktive, innovative Hochschullandschaft entwickeln zu können. 

    Ziel ist, dass Hochschulen eigenverantwortlich ihre internationale Sichtbarkeit deutlich steigern und den Standort Österreich im globalen Wettbewerb stärken. Dazu braucht es über das FTI-2030‑Ziel hinaus ambitionierte Schritte, mehr Universitäten in die Top‑100‑Rankings zu bringen. Gleichzeitig müssen quantitative Ziele wie +20 % mehr MINT‑Graduierte und +5 % mehr Technikerinnen verankert werden. Universitäten sollen weltweit führende MINT‑Talente anziehen und mit attraktiven Bedingungen langfristig an Österreich binden. Es braucht gebundenes Universitätsbudget für den Ausbau von Technologietransfer, Spin-offs, Entrepreneurship-Education und verpflichtende leistungsstarke Transferstrukturen.