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OECD-Bericht zeigt massive Schieflage des Pensionssystems

Symbolisierte Menschenmenge

Der heute veröffentlichte OECD-Bericht Pensions at a Glance 2025 zeigt erneut die massive Schieflage sowie den strukturellen Reformbedarf im österreichischen Pensionssystem, gerade auch im internationalen Vergleich. Österreich gehört nach wie vor zu den Ländern mit besonders frühem Pensionsantritt, die öffentlichen Pensionsausgaben als Anteil vom BIP liegen aktuell sowie in den Langfristprognosen im absoluten Spitzenfeld, etwa beim eineinhalbfachen Wert des OECD-Schnitts und deutlich höher als in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden oder Schweden. „Wir dürfen vor dem strukturellen Reformbedarf im österreichischen Pensionssystem nicht weiter die Augen verschließen, es braucht eine Anpassung beim gesetzlichen Pensionsantrittsalter und eine substanzielle Einschränkung der gesetzlichen Frühpensionsmöglichkeiten“, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), zum aktuellen OECD-Bericht. Die Analysen der OECD zeigen auch, dass zahlreiche Länder ihr Regelpensionsalter bereits auf 67 Jahre und darüber angehoben haben und im internationalen Kontext 67 als das neue 65 zu qualifizieren ist.

Die zuletzt in Österreich gesetzten Reformschritte bei Korridorpension, Teilpension und dem sogenannten Nachhaltigkeitsmechanismus greifen hier zu kurz bzw. zu spät, um das Pensionssystem wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Ausweitungen von Frühpensionsmöglichkeiten, wie zuletzt bei der Schwerarbeits-Frühpension gehen in die falsche Richtung. „Wir brauchen eine zukunftsorientierte, faire Pensionspolitik. Jetzt müssen die notwendigen Schritte gesetzt werden, damit auch kommende Generationen auf ein stabiles Pensionssystem vertrauen können“, unterstreicht Neumayer abschließend.