10 Jahre MINT-Gütesiegel: Jede siebte Schule in Österreich ist beteiligt!

Jubiläums-MINT-Gala rückt innovativste Kindergärten & Schulen ins Rampenlicht - 892 Bildungseinrichtungen zeigen, wie junge Menschen für Zukunftsausbildungen begeistert werden
Bildungsminister Christoph Wiederkehr, die Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung (IV) Patricia Neumann, der Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Wien Norbert Kraker sowie die Jurysprecherin Veronika Säckl verliehen gestern das „MINT-Gütesiegel 2026-2029“ an 131 erstmals ausgezeichnete „MINT-Kindergärten“ und „MINT-Schulen“ aus ganz Österreich. Im 10. Jahr des Bestehens der Leuchtturminitiative erreicht die Zahl der involvierten Bildungseinrichtungen bereits 892 Kindergärten und Schulen in ganz Österreich. Damit dreht bereits jede 7. Schule im Land kontinuierlich an der Schraube der Qualitätsentwicklung, was das Lernen und Lehren in MINT angeht. Laut ersten Ergebnissen einer laufenden Wirkungsanalyse des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) schreiben MINT-Kindergärten und MINT-Schulen dem MINT-Gütesiegel „hohen Nutzen“ zu, vor allem was die Außenwirkung, die Sichtbarkeit und die steigende Zahl an Anmeldungen für diese Kindergärten und Schulen angeht. Diese positive Wirkung steigt mit der Zeitdauer der Auszeichnung weiter an.
Bundesminister Wiederkehr gratulierte den anwesenden Bildungseinrichtungen anlässlich ihrer erstmaligen Auszeichnung mit dem MINT-Gütesiegel. Mit einem breit angelegten MINT-Angebot fördern Pädagoginnen und Pädagogen an MINT-Gütesiegel-Schulen und MINT-Gütesiegel-Kindergärten nicht nur die Neugier und Kreativität von Kindern und Jugendlichen, sondern bereiten sie zugleich auf die aktive Mitgestaltung der Zukunft vor. „Mit Ihrem täglichen Engagement in Kindergärten und Schulen wecken Sie Neugier, Mut und Selbstvertrauen. Genau das brauchen Kinder und Jugendliche, um sich in einer sich rasant verändernden Welt zurechtzufinden“, betonte der Minister. Der Plan Zukunft des Bildungsministers sieht insbesondere die Stärkung der Basiskompetenzen in Mathematik sowie der Stärkung der Kompetenzen in Informatik vor. Von der frühzeitigen, spielerischen Förderung in den Kindergärten bis hin zum vertieften MINT-Unterricht in den Schulen entsteht so eine moderne, digitale und inklusionsorientierte Bildung, die von allen Partnern gemeinsam getragen wird.
„Was vor 10 Jahren mit einem Experiment begonnen hat, ist zu einer der größten und reichweitenstärksten Bildungsinitiativen in Österreich geworden. Mit dem MINT-Gütesiegel ist es gelungen, eine echte Marke aufzubauen, von der die Schülerinnen und Schüler ebenso profitieren, wie die Eltern und die Bildungseinrichtungen“, hob die Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Patricia Neumann hervor. „Unser aller Leben ist immer stärker von Technologie geprägt. Insbesondere die Schlüsseltechnologien haben einen besonders großen Einfluss darauf, wie sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln wird“, so Neumann. Die Industriestrategie 2035 fokussiert daher zurecht auf Felder wie Künstliche Intelligenz, Weltraum- oder Mobilitätstechnologien. Doch schon heute leiden gerade hier bis zu 70 Prozent der Industrieleitbetriebe unter Personalproblemen. „Wenn wir Mädchen – die derzeit in technischen Berufen noch unterrepräsentiert sind – vom Kindergarten bis zur HTL konsequent begeistern, gewinnen wir mehr Frauen für MINT-Berufe und begegnen gleichzeitig dem Fachkräftemangel in Schlüsseltechnologien“, so Neumann abschließend.
Der Vizerektor der Pädagogischen Hochschule Wien, Norbert Kraker, betont anlässlich des Jubiläums: „Zehn Jahre MINT-Gütesiegel stehen für eine beeindruckende Entwicklung der MINT-Bildung in Österreich – und auch für eine Entwicklung, die wir an der Pädagogischen Hochschule Wien in den vergangenen Jahren konsequent mitgestaltet haben. Die PH Wien hat sich in dieser Zeit zu einem sichtbaren MINT-Standort entwickelt. Wer unser Haus betritt, begegnet MINT-Bildung nicht nur als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis: von der Forschungswerkstatt über die Lernwerkstatt Naturwissenschaften, das Mathelier und das Education Innovation Studio bis hin zu unserem größten Veranstaltungssaal, dem Hedy-Lamarr-Saal. Diese Räume stehen exemplarisch für unseren Anspruch, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in der Lehrer:innenbildung fächerübergreifend, praxisnah und gesellschaftlich relevant zu verankern. Mit unserem MINT-Studienschwerpunkt, einschlägigen Wahlmodulen und unserer Rolle als zentrale Koordinationsstelle der MINT-Region Favoriten übernehmen wir Verantwortung dafür, MINT-Bildung weiterzuentwickeln, zu vernetzen und für möglichst viele Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen.“
„Vor zehn Jahren haben wir ausgezeichnete Einzelprojekte gesehen – heute erleben wir echte MINT-Schulentwicklung“, betonte Jurysprecherin Veronika Säckl anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums des MINT-Gütesiegels. Die Initiative habe sich in den vergangenen Jahren zu einer österreichweiten Qualitätsbewegung entwickelt. „In den Einreichungen und auf den Homepages vieler Bildungseinrichtungen spürt man heute sehr deutlich, mit welcher Überzeugung und Professionalität MINT gelebt wird. Hochwertiger MINT-Unterricht ist vielerorts fest im Bildungsprofil verankert“, so Säckl. Mit der steigenden Zahl an ausgezeichneten Einrichtungen wachse auch die Arbeit der Jury kontinuierlich. Besonderen Dank sprach Säckl daher den Jury-Mitgliedern aus ganz Österreich aus: „Unsere Jury besteht aus Expertinnen und Experten der MINT-Community, die diese verantwortungsvolle Aufgabe seit vielen Jahren ehrenamtlich und mit außergewöhnlichem Engagement wahrnehmen. Dieser Einsatz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Qualität und Glaubwürdigkeit des MINT-Gütesiegels.“
Im Jubiläumsjahr wohnten besonders viele hochrangige Gäste aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft der feierlichen Übergabe der MINT-Wandplaketten und Urkunden an die ausgezeichneten Bildungseinrichtungen bei. Carmen Possnig, die österreichische Reserveastronautin bei der ESA und Weltraummedizinerin, skizzierte ihr „Abenteuer Weltraum“ und beschrieb die vielen Verbindungen, die sich dadurch zu einem gelungenen MINT-Unterricht herstellen lassen. Dies wurde von Daniel Tranninger unterstrichen, der als einer von wenigen Jugendlichen aus Österreich bei einem Parabelflug echte Schwerelosigkeit fühlen durfte. Die prominente Schauspielerin Katharina Stemberger erklärte, welche Rolle MINT bei der Tätigkeit als „TV-Chefinspektorin“ spielt und wie sie sich auch privat als UNESCO-Botschafterin für die HPV-Impfung mit MINT auseinandersetzt. Die MINT-Kids der Musikmittelschule Weiz begeisterten das Publikum mit ihrer MINT-Hiphop-Performance. Die bekannte Kabarettistin Caroline Athanasiadis unterhielt das Publikum mit einem „Best Of“ ihrer Programme, bevor sie gemeinsam mit dem Publikum zu einem Ständchen zum 10-Jahresjubiläum des MINT-Gütesiegels ansetzte.
Bernhard Weingartner, der als Moderator der MINT-Gala ebenfalls sein 10-Jahresjubiläum feierte, führte wie immer beschwingt und fachlich versiert durch den Nachmittag.
Über das MINT-Gütesiegel
Das MINT-Gütesiegel ist eine gemeinsame Initiative des Bildungsministeriums, der Industriellenvereinigung und der Pädagogischen Hochschule Wien. Es stellt eine bundesweit gültige Auszeichnung für innovatives Lernen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mit vielfältigen Zugängen für Mädchen und Burschen dar. Die Verleihung des MINT-Gütesiegels ist Teil der umfassenden nationalen Bemühungen, MINT-Bildung in allen Bildungsstufen voranzutreiben und die Weichen für Chancengerechtigkeit und Innovation zu stellen. Ausgezeichnete Bildungseinrichtungen erhalten das MINT-Gütesiegel als digitales Logo für ihren Webauftritt sowie als Wandplakette für ihr Gebäude. Die ausgezeichneten Schulen und Kindergärten sind öffentlichkeitswirksam auf der „MINT-Landkarte Österreich“ unter www.mintschule.at verortet. Das Gütesiegel wird für die Dauer von drei Jahren vergeben, eine Wiedereinreichung ist nach einer Phase der Qualitätsentwicklung möglich. Erstmalig ausgezeichnete Bildungseinrichtungen werden bei der MINT-Gala im Haus der Industrie in Wien geehrt. Die Auszeichnung von rezertifizierten Bildungseinrichtungen erfolgt auf regionaler Ebene, in Kooperation von Bildungsdirektionen und IV-Landesgruppen. Die elfte Ausschreibung für das MINT-Gütesiegel wird im November 2026 starten.
Hier finden Sie die Fotos (Copyright: Markus Prantl) der MINT-Gala.










