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Höherer Spitzensteuersatz vertreibt die Menschen, die Österreich dringend braucht

Illustration mit Münzen, Geldscheinen und einem Trendbarometer

Industrie warnt vor Signal an internationale Managerinnen, Manager, Forscherinnen und Forscher

Die Industriellenvereinigung (IV) warnt eindringlich vor dem Vorschlag, den Spitzensteuersatz von 55 Prozent bereits ab 500.000 Euro anzuwenden und die Befristung bis 2029 aufzuheben. „Unternehmen und Forschungseinrichtungen konkurrieren weltweit um die besten Leute. Wer eine internationale Topmanagerin oder einen Spitzenforscher nach Österreich holen will, muss heute schon erklären, warum hier ab rund 105.000 Euro jeder zusätzliche Euro zur Hälfte an den Staat geht. Mit diesem Vorschlag wird das Gespräch in vielen Fällen gar nicht mehr stattfinden“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Österreich zählt laut Tax Foundation schon jetzt zu den sieben Ländern Europas mit einem Spitzensteuersatz von über 50 Prozent (europäischer Schnitt: 38,5 Prozent). Im IMD-Ranking 2026 liegt Österreich bei der Steuerpolitik auf Rang 65 von 70. Laut einer IV-Studie haben zwischen 2011 und 2023 über 170.000 Fachkräfte das Land wieder verlassen. „Wo das Führungsteam sitzt, dort entstehen auch die Arbeitsplätze. Wer Spitzenkräfte vertreibt, verliert Wertschöpfung und Beschäftigung in der Breite“, erklärt Neumayer.

Hohe Einkommen tragen schon heute überproportional zum Steueraufkommen bei. Laut Statistik Austria entfallen auf das oberste Prozent 9,2 Prozent der Einkünfte, aber 23,1 Prozent des Lohn- und Einkommensteueraufkommens. Die IV bekennt sich zur Unterstützung einkommensschwacher Familien, lehnt aber neue Steuern zur Gegenfinanzierung ab. „Wer jedes Mal nach einer neuen Steuer ruft, sobald etwas zu finanzieren ist, macht es sich zu einfach. Österreich hat kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Die Antwort sind Ausgabendisziplin und strukturelle Reformen, nicht der nächste Steuerrekord, der kluge Köpfe abschreckt“, so Neumayer abschließend.