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IV und Aktienforum: Finanzbildung stärken, finanzielle Selbstbestimmung ermöglichen

Finanzbildung verbindlich in Lehrkräfteausbildung verankern, Vorsorgewissen stärken und Kompetenzentwicklung überprüfen

Die Industriellenvereinigung (IV) und das Aktienforum begrüßen die Weiterentwicklung der Nationalen Finanzbildungsstrategie und sehen sie als wichtige Chance, finanzielle Kompetenzen in Österreich nachhaltig zu stärken. „Finanzbildung ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Allgemeinbildung. Junge Menschen sollen ihre finanziellen Entscheidungen selbstbestimmt treffen und wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen können. Wirtschafts- und Finanzbildung muss einen festen Platz in der schulischen Bildung und in der Ausbildung der Lehrkräfte erhalten“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Positiv bewerten IV und Aktienforum den Stellenwert langfristiger Vorsorge sowie den lebensphasenbezogenen Zugang bestehender Angebote, etwa der Plattform Finanznavi. „Alle sollen nachvollziehen können, was ihr Pensionskonto aussagt und wie sich Erwerbsverläufe, Teilzeitphasen und Vorsorgeentscheidungen auf ihre finanzielle Situation im Alter auswirken. Ebenso gehört ein sachliches Verständnis des Kapitalmarkts dazu. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, muss Chancen, Risiken, Kosten und die Bedeutung von Risikostreuung einschätzen können. Gute Finanzbildung schafft Orientierung, ohne Entscheidungen vorzugeben“, betont Angelika Sommer-Hemetsberger, Präsidentin des Aktienforums.

Die IV und das Aktienforum unterstützen den systematischen Aufbau von Finanzbildung entlang der gesamten Bildungslaufbahn. „Alle Schülerinnen und Schüler brauchen einen verlässlichen Zugang zu Wirtschafts- und Finanzbildung. Es darf nicht vom familiären Hintergrund oder einzelnen engagierten Lehrkräften abhängen, ob junge Menschen lernen, mit Geld umzugehen, finanzielle Risiken einzuschätzen und für ihre Zukunft zu planen“, so Neumayer.

Damit Wirtschafts- und Finanzbildung im Unterricht wirksam wird, treten beide Organisationen für eine verpflichtende Verankerung in der Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen ein und fordern flächendeckende Fortbildungsangebote an den Pädagogischen Hochschulen, inklusive der Möglichkeit, wirtschaftliche Praxis kennenzulernen. Wirtschaftsbildungskoordinatorinnen und -koordinatoren an Schulen sowie qualitätsgesicherte Unterrichtsmaterialien sollen die Umsetzung unterstützen. „Wirtschafts- und Finanzbildung soll junge Menschen auf Entscheidungen vorbereiten, die sie selbst treffen müssen. Dafür braucht es einen Unterricht, der wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich macht und zur kritischen Auseinandersetzung anregt“, erklärt Neumayer.

Ergänzend erachten IV und Aktienforum die dauerhafte Absicherung der Teilnahme Österreichs an PISA Financial Literacy als notwendig, um die Entwicklung finanzieller Kompetenzen in Österreich regelmäßig international vergleichen zu können. „Der Erfolg einer Strategie zeigt sich nicht allein an der Zahl ihrer Angebote, sondern daran, was Menschen tatsächlich verstehen und im Alltag anwenden können. Deshalb müssen Ergebnisse systematisch ausgewertet und für die Weiterentwicklung der Bildungsangebote genutzt werden“, so Sommer-Hemetsberger abschließend.